Freitag, 24. Februar 2012

Was uns bleibt

Was uns bleibt

Autor(in): Katie Arnold-Ratcliff
Verlag: mare
Seitenzahl:  331
Preis:  19,90 Euro
ISBN:  978-3866481589


Bildquelle und Infos: *hier*

Gestaltung:

Das Cover ist sehr schlicht gestaltet. Der Titel nimmt etwa die Hälfte davon ein. Auf der oberen Hälfte sieht man dann verschwommen ein paar Personen, die sich scheinbar an einem Strand aufhalten. Einer davon scheint ein Surfbrett zu tragen, ein anderer ist barfuß mit Sommerklamotten … . Obwohl in dem Buch der Strand eine Rolle spielt, finde ich, dass das Cover nicht so gut zur Geschichte passt und nichts über den Inhalt aussagt.

Story: 

Klappentext:

„Der Strandausflug, den der junge Lehrer Francis Mason zusammen mit seinen Zweitklässlern unternimmt, endet mit einer schockierenden Entdeckung: In einer Bucht finden die Schüler die Leiche einer Frau, die sich von der Golden Gate Bridge gestürzt hat. Die traumatisierten Kinder brauchen Francis‘ ganze Aufmerksamkeit – genau wie zu Hause seine schwangere Frau -, doch statt sich um das Naheliegende zu kümmern, verstrickt sich Francis in einer schrecklichen Vorstellung: In der Frau am Strand glaubt er Nora erkannt zu haben, die vor zwei Jahren aus seinem Leben verschwand, gerade als zwischen ihnen endlich alles gut zu werden schien. Mit unerwarteter Wucht holt ihn die Vergangenheit wieder ein, und Francis weiß, dass er sich ihr stellen muss – denn sie birgt eine Geschichte zwischenmenschlicher Unzulänglichkeiten und uneingestandener Gefühle, vor allem aber die Geschichte der ersten, der großen – der einzigen? – Liebe.“
(Quelle: http://www.mare.de/index.php?article_id=3095&setCookie=1)

Die Geschichte ist aus Sicht des Lehrers Francis Mason erzählt. Der Leser erfährt sofort einiges über dessen Leben und seine Gefühle.

Schwierig fand ich, dass er im 2. Kapitel anfängt mit Nora zu sprechen und ihr von ihrer gemeinsamen Vergangenheit erzählt, sich an die gemeinsame Zeit zurückerinnert. Die Erinnerungen an sich, fand ich sehr gut.  Doch der Lehrer springt von einer Erinnerung in die nächste und kehrt dann irgendwann doch wieder in die erste zurück. Dabei konnte man leicht den Überblick verlieren. Von da ab ist jedes zweite Kapitel in dieser Form geschrieben. Ich fand es teilweise schwer der Geschichte von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück zu folgen, da ja die Gegenwart des Protagonisten eng mit seiner Vergangenheit verbunden ist und eigentlich sein Handeln erklären sollte. 

Er hat Nora schon immer geliebt und konnte nie aufhören, auch nicht, nachdem sie aus seinem Leben verschwunden war. Diesen Verlust hat er nie überwunden und er ist mit seinem Leben mehr als unzufrieden. Dieser Umstand war für mich noch nachvollziehbar, doch seine einzelnen Motive waren für mich schwierig zu verstehen, z.B. warum er Lehrer geworden ist oder Greta geheiratet hat.
Und trotzdem hat mich die Geschichte sehr aufgewühlt und zum nachdenken gebracht, einfach weil ich verstehen wollte, was in Francis vorgeht.

Das Ende des Buches war für mich völlig überraschend und auch sehr ergreifend. Ein wirklich passendes Ende, für ein Buch, das einen nicht so schnell wieder loslässt.

Charaktere: 

Der Protagonist Francis Mason wirkt im ersten Kapitel sehr unbeholfen. Doch man denkt, das kommt daher, dass er gerade eine Leiche entdeckt hat. Aber mit jedem weiteren Kapitel wird der Hauptdarsteller leider immer unsympathischer. Es kommen viele seiner Charaktereigenschaften ans Licht, die nicht gerade dazu führen, dass man ihn als Leser ins Herz schließt.
Dennoch habe ich immer wieder versucht, mich in Francis Mason hineinzuversetzen und ihn zu verstehen. Irgendwie fragt man sich als Leser, wieso der Lehrer so ist, wie er ist. Und auch, wenn man einen kleinen Einblick in seine Familiengeschichte und seine Vergangenheit bekommt, kann man, meiner Meinung nach, nicht wirklich viele Gründe für sein Handeln finden. 

Auch bei den weiteren Darstellern, wie z.B. seiner Frau Greta hatte ich teilweise Probleme, sie sympathisch zu finden. Natürlich hatte ich Mitgefühl für Greta. Doch sie hatte sich ihr Schicksal selbst gewählt und tut auch nichts dafür an ihrer Situation etwas zu ändern. 

Am besten gefiel mir Nora. Sie nimmt ihr Leben trotz Schicksalsschlägen selbst in die Hand, lässt sich nicht herumschubsen, sondern bleibt sich selber treu und geht ihren Weg.

Schreibstil:

Ungewöhnlich an diesem Buch ist die wörtliche Rede. Sie ist nicht etwa in Anführungszeichen, sondern in Kursivschrift geschrieben.  Daran kann man sich jedoch gewöhnen.

Etwas schwierig  war es für mich, als in dem Buch Rückblenden in Rückblenden vorkamen. Der Protagonist springt von einer Erinnerung in die nächste und dann wieder zurück in die erste. Darauf musste ich mich wirklich konzentrieren, denn sonst hätte ich sicher den Überblick verloren.  

Das Buch ist in Ich-Form geschrieben und wird vom Hauptdarsteller, dem Lehrer Francis Mason erzählt. Das finde ich immer sehr gut, da ich mich dann besser in die Personen hineindenken kann. Überrascht war ich jedoch, als der Protagonist im 2. Kapitel plötzlich anfing mit einer Person zu sprechen z.B. „am ersten Tag der letzten Woche, die ich dich kannte…“. Man kann als Leser nur anhand des Klappentextes erahnen, dass er dabei mit Nora spricht, denn so wirklich erfährt man das erst später, was mich zu Beginn sehr verwirrt hat. 

Fazit:

Ich musste mich erst an den Schreibstil gewöhnen und auch die Umsetzung, war für mich etwas schwierig und ich brauchte etwas Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden.

Dieses Buch ist wirklich keine einfache Lektüre. Man liest es nicht einfach nebenbei zum entspannen, denn es ist ein Buch, das einen aufwühlt und zum nachdenken bringt und auch so schnell nicht wieder loslässt.

Von mir bekommt das Buch 3 Punkte von 5.

 

Vielen Dank an lovelybooks und den mare Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben.


Kommentare:

  1. Wirklich schöne Rezension..bei den vielen negativen Kritikpunkten finde ich 3 Sterne noch recht viel. Ich konnte beim besten Willen nur 2 vergeben :( Grausiges Buch- was nicht zuletzt an Frank liegt.

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  2. Das Buch hörte sich für mich sehr interessant an. Dank deiner Rezension werde ich es jetzt aber wohl eher nicht lesen! Danke für den ausführlichen Bericht.

    Bin Leser deines Blogs geworden. Gefällt mir sehr gut.
    Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbei schaust.
    Liebe Grüße
    Petra
    http://dieliebezudenbuechern.blogspot.com

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  3. Ich möchte niemanden vom Kauf eines Buches abbringen ... Ich schreib hier lediglich meine subjektive Meinung und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden ;)

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  4. Mir gefiel das Buch auch nicht so gut - hatte etwas anderes erwartet.
    Besonders Greta fand ich schlecht und unglaublich überflüssig.

    Aber am Ende gefiel es mir doch ein bisschen.

    Lieben Gruße, Ronja

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  5. Eines der wenigen Bücher, die ich gelesen habe, welche ich nicht unter Kategorie "Sachbuch/Persönlichkeitsentwicklungs-Buch" sehe und dennoch hat es mir sehr gefallen, wobei ich eigentlich eher so der pragmatische Typ bin, wenn es um das Lesen geht. Vieles was ich gelesen habe gibts hier: www.beste-buecher.com

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