Dienstag, 6. März 2012

Sternenfeuer

Sternenfeuer

Autor(in): Amy Kathleen Ryan
Verlag: PAN / Doemer  Knaur
Seitenzahl:  425
Preis:  16,99 Euro
ISBN:  978-3426283615

Bildquelle und Infos: *hier*
Gestaltung:

Das Cover gefiel mir sofort sehr gut, obwohl es so schlicht ist. Der Kettenanhänger ist sehr schön und die Farben gefallen mir auch sehr gut.
Besonders schön fand ich, dass die jede erste Seite eines Kapitels mit einem kleinen Sternenhimmel verziert ist. 

Story: 

Klappentext:
„Das mächtige Sternenschiff Empyrean ist auf dem Weg zu einem weit entfernten Planeten. Zu den ersten Kindern, die auf der langen Reise geboren wurden, gehört die 15-jährige Waverly. Alle erwarten von ihr, dass sie bald ihren Freund Kieran heiratet, um selbst Kinder zu bekommen und so das Überleben der Menschheit zu sichern. Aber ist Waverly wirklich schon bereit, diesen entscheidenden Schritt zu gehen?
Das friedliche Leben endet dramatisch, als wie aus dem Nichts das Schwesterschiff der Empyrean auftaucht – und angreift! Alle Mädchen werden entführt und finden sich in einer Welt wieder, in der nichts ist, wie es scheint. Waverly muss alles daransetzen, zu entkommen und zu Kieran zurückzukehren, der Lichtjahre entfernt um sein Überleben kämpft…“
(Quelle: http://www.droemer-knaur.de/buecher/Sternenfeuer%3A+Gef%C3%A4hrliche+L%C3%BCgen.7766770.html)

Als ich den Klappentext las war ich zuerst etwas skeptisch, weil ich eigentlich kein Fan von Raumschiffen und Science Fiction bin, doch ich habe nur Gutes über dieses Buch gehört und wollte es schließlich auch unbedingt lesen und als ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören … .

Das erste Kapitel beginnt noch ganz harmlos und man wird als Leser erst einmal in die Welt der Empyrean entführt und erfährt etwas über die einzelnen Personen, die dort leben. Doch sofort im nächsten Kapitel beginnt der Angriff und die Mädchen werden entführt. Obwohl ich das ja schon anhand des Klappentextes wusste, muss ich ehrlich zugeben, habe ich die Luft vor Spannung angehalten.

Ging es im ersten Kapitel vor allem noch um Waverlys Gefühle, ob sie Kieran schon heiraten sollte oder noch nicht, rückt das in den nächsten Kapiteln erst einmal in den Hintergrund, denn auf die Mädchen warten ganz andere Herausforderungen und Waverly, als Älteste, fühlt sich für die anderen verantwortlich. Das Mädchen hat auch große Schwierigkeiten zu erkennen, was die wahren Gründe für ihre Entführung sind, da sie einige verschiedene Versionen zu hören bekommt und auch auf ihrem Heimatschiff, der Empyrean, nicht immer alles so perfekt gewesen ist, wie sie immer dachte.

Sehr schön fand ich auch, dass die Geschichte von zwei Seiten erzählt wurde: Zum einen waren da Waverly und die anderen Mädchen, die auf die New Horizon verschleppt wurden zum anderen wurde aber auch die Geschichte um Kieran und die Jungen weitererzählt, die auf der Empyrean zurückblieben. Dachte ich zuerst noch, dass der Teil in dem es um Kieran geht langweilig werden könnte, musste ich diese Meinung gleich nach dem ersten Kapitel zurücknehmen, denn auch auf der Empyrean passieren jede Menge unvorhersehbare und spannende Ereignisse.
Das Buch ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend und selbst das Ende ist so geschrieben, dass ich sofort weiterlesen wollte. 

Doch trotz all der Spannung bleibt auch noch reichlich Platz für Gefühle: Ob das jetzt der Junge ist, der auf ein nettes Wort von seinem Vater wartet und enttäuscht wird; oder die Frau, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Baby und dafür (fast) alles tun würde; oder ein Mädchen, dem schreckliches passiert ist und das nicht darüber sprechen möchte … all diese Gefühle und kleinen Geschichten sind so geschickt in die Gesamtgeschichte hineingearbeitet und haben dort ihren Platz, ohne dass es zu viel wird oder die eigentliche Geschichte gestört wird.

Dieses Buch hat einfach alles, was ein gutes Buch, meiner Meinung nach braucht und ich hatte es auf ein paar Stunden durchgelesen.

Charaktere: 

Waverly ist von Anfang an eine typische Heldin: Sie ist selbstbewusst, lässt sich nicht in irgendwelche Schubladen stecken und bildet sich meist ihre eigene Meinung. Etwas naiv scheint sie jedoch im Hinblick auf ihr Heimatschiff, die Embyrean zu sein. Erst als sie auf der New Horizon landet und dort auch negative Dinge über ihren Captain erfährt, fängt sie an alles kritischer zu sehen. Trotz allem kämpft sie darum, zurück auf die Embyrean zu kommen. In Kieran scheint sie verliebt zu sein, doch irgendwie hatte ich auch meine Zweifel und ich frage mich, welche Gefühle sie für Seth hat. 

Kieran war mir zwar sympathisch, aber ein richtiger Held war er für mich nicht. Obwohl es für ihn klar zu sein scheint, dass er der nächste Captain werden wird, ist er doch total überfordert mit der Situation und zeigt wenig Führungskraft. Gut an ihm finde ich, dass er Gewalt in jeder Form ablehnt, selbst als sich die Situation zuspitzt. An seinen Gefühlen zu Waverly habe ich kein einziges Mal gezweifelt. Er denkt häufig an sie und möchte sie unbedingt retten.

Bei Seth war ich sehr zwiegespalten. Zu Beginn des Buches war er mir sehr sympathisch und ich mochte ihn sogar lieber als Kieran. Er schien der eigentliche Held zu sein. Er ist selbstbewusst, taff und findet sich auf der Embyrean auch besser zurecht als Kieran. Doch dann verändert er sich und wurde mir immer unsympathischer. Ich hab mich echt gefragt, ob ich mich so in ihm habe täuschen können. Am Ende des Buches war ich mir jedoch wieder überhaupt nicht sicher, was Seth betrifft. Ich hoffe, dass ich in den Folgebänden noch aus ihm schlau werde.

Aber auch einige Nebendarsteller, wie z.B. Amanda, Samantha, Felicity und Anne Marther bringen ihre eigenen Geschichten mit und machen damit die Geschichte spannend und gefühlvoll.

Schreibstil:

Das Buch ist einfach geschrieben, obwohl es einige „Fachausdrücke“ wie z.B. Shuttle Hangar enthält. Die ganze Umgebung und Gegebenheiten werden jedoch so beschrieben, dass man sich alles gut vorstellen kann, auch wenn man sich mit Raumschiffen nicht auskennt.

Die Autorin, Amy Kathleen Ryan, schafft es, den Leser sofort zu fesselnd und in die Geschichte hineinzuziehen. Schnell beginnt man mitzufiebern und auch mitzufühlen, da trotz der ganzen spannenden Ereignisse auch sehr viel Gefühl in der Geschichte steckt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, dass es diese Schwarz-Weiß-Malerei nicht gab. Es ist nicht alles super, was auf der Embyrean passiert und die Leute auf der New Horizon sind nicht alle böse. Kieran ist nicht der Held schlechthin und manche Personen, z.B. Seth wusste ich überhaupt nicht einzuschätzen. Man wird als Leser immer wieder dazu animiert, selber über alles nachzudenken und sich seine eigene Meinung zu bilden.

Fazit:

Obwohl ich kein Fan, von Geschichten bin, die im Weltall spielen, hat mich dieses Buch sofort von der ersten Seite an total gefesselt. Es ist so spannend, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Doch auch die kleinen Geschichten, die ich oben schon erwähnt habe, machen dieses Buch so lesenswert, denn trotz all der Spannung gibt es auch reichlich Platz für all die großen und kleinen Gefühle und genau das macht ein gutes Buch für mich aus. 

Ich bin sehr froh, dass sich der Doemer Knaur Verlag dazu entschieden hat, die Bücher auch nach der Schließung des Pan Verlags weiterhin zu veröffentlichen. 

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

 

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen