Sonntag, 1. April 2012

Das Ende der Unschuld

Das Ende der Unschuld

Autor(in): Megan Abbott
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seitenzahl:  287
Preis:  17,99 Euro
ISBN:  978-3462043907

Bildquelle und Infos: *hier*

Gestaltung:

Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut. Die Farben sind frisch und passen zu dem Sommeroutfit des Mädchens, das im oberen Drittel zu sehen ist. Das liegt mit ausgestreckten Beinen im Garten und scheint sich zu sonnen. Ich denke, das soll vor allem, das Thema „Unschuld“ symbolisieren. Zusammen mit dem Titel macht das Cover auf jeden Fall neugierig.

Story: 

Klappentext:

„Die dreizehnjährige Lizzie und ihre Freundin Evie sind unzertrennlich. Nachbarmädchen und Schulfreundinnen, die scheinbar keine Geheimnisse voreinander haben. Doch eines Nachmittags ist Evie verschwunden. Einziger Anhaltspunkt: ein unbekannter rotbrauner Wagen, den Lizzie morgens durch den Ort hat fahren sehen. Die Kleinstadt ist in Aufruhr und Lizzie beginnt, Nachforschungen anzustellen. Auf ihren nächtlichen Streifzügen macht sie seltsame Entdeckungen. Schritt für Schritt kommt sie einem dunklen Geheimnis auf die Spur und muss sich fragen, wie gut sie ihre beste Freundin überhaupt kannte.“
(Quelle:  http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-04390-7)

Der Klappentext hat mich dazu bewogen, mich für dieses Buch auf lovelybooks zu bewerben. Ich wollte für meinen Blog einmal etwas anderes lesen, als immer nur Fantasy und dieses Buch schien mir sehr spannend und interessant zu sein. Dass es mich so fesseln und aufwühlen würde hätte ich nicht gedacht….

Zu Beginn sind Lizzie und Evie noch vereint und man erfährt etwas über das Leben der beiden Mädchen. Da die Geschichte aus Sicht von Lizzie erzählt wird, sind es vor allem ihre Erinnerungen, die wiedergegeben werden, dem Leser aber auch ein genaues Bild geben, von der Denkweise des jungen Mädchens, ihren Gefühlen, Träumen und Geheimnissen.

Als Evie dann verschwindet, musste ich regelrecht den Atem anhalten, eine so gespannte Stimmung baut das Buch auf.  Es werden immer wieder neue Hinweise entdeckt (vor allem von Lizzie selbst), die eine Spur zu dem rotbraunen Wagen ziehen, ein Verdacht verdichtet sich und doch ist eigentlich nichts wirklich so, wie es aussieht. Aber das erfährt der Leser erst zum Schluss. 

Ich möchte nicht zu viel über den Inhalt schreiben, da es einfach die Spannung der Geschichte nehmen würde. Aber ich kann sagen, dass es ein Buch ist, das einen aufwühlt, das einen Einblicke in verschiedene Familie gibt, einen Blick hinter die Kulissen, dass man in die Gedanken eines 13jährigen Mädchens hineingezogen wird, dass man nachdenkt, spekuliert, schockiert ist und ergriffen, dass einen dieses Buch einfach nicht mehr loslässt, denn so etwas könnte wirklich passieren und ist schon einige Male wirklich passiert …

Charaktere: 

Lizzie ist ein typisches, dreizehnjähriges Mädchen, mit allem, was dazu gehört: einer besten Freundin, nervende Eltern, Schwärmereien für Jungs und ältere Männer und dem Stress des erwachsen werdens. Ihre Welt wird jedoch zudem erschüttert, als ihre beste Freundin Evie verschwindet. Viele Erinnerungen fallen ihr ein, die ihr zuerst nicht komisch erschienen, in diesem Licht aber vielleicht entscheidende Hinweise liefern könnten und so trägt sie aktiv dazu bei Evie zu finden. Doch das scheint auch noch einen anderen Grund zu haben und zwar Lizzies Schwärmereien für Evies Dad, Mr Verver. 

Die Familie Verver bestehend aus Mr Verver, Mrs Verver, Evie und Evies älterer Schwester Dusty nimmt in der Geschichte eine wichtige Rolle ein. Man erfährt etwas über die Beziehung der Eltern, über das Verhalten der älteren Schwester und über Evies Denkweise, die man nur Aufgrund der Familiengeschichte nachvollziehen kann. Diese heile Familie ist nämlich nicht mehr so perfekt, wenn man einmal einen Blick hinter die Kulissen bekommt.

Doch auch in Lizzies Familie läuft nicht alles rund. Lizzies Eltern sind geschieden, zu ihrem Vater hat sie nur sporadisch Kontakt und ihr älterer Bruder hat nicht wirklich Respekt vor seiner Mutter, die ihren neuen Freund (mit Ehering) geheim hält.

Und auch die Familie des Hauptverdächtigen spielt eine Rolle in diesem Buch.

Als Leser bekommt man immer wieder Einblicke in verschiedene Familien. Jede ist anders und jede scheint ihr eigenes Geheimnis zu haben…

Schreibstil:

Das Buch ist in Ich-Form aus Sicht von Lizzie erzählt. Der Autorin, Megan Abbott, gelingt es sehr gut die Gedanken eines dreizehnjährigen Mädchens wiederzugeben. Zum einen denkt sie manchmal wie ein kleines Kind, dann wiederrum schon wie eine Erwachsene. So wird ein genaues Bild davon gezeichnet, was es für ein Teenagermädchen bedeutet erwachsen zu werden. Da gibt es andere Mädchen, die bewundert werden, Jungs, die man anhimmelt oder blöd findet, erste sexuelle Erfahrungen und Schwärmereien für ältere Männer. Immer wieder tauchen Erinnerungen auf, die Lizzie einfallen, die ihr helfen sollen, ihre Freundin zu finden. So wechselt das Buch von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Doch dieser Wechsel ist so gut in die Gesamtgeschichte integriert, dass es dem Leser nicht schwerfällt, den Erinnerungen zu folgen.

Megan Abbott lenkt sehr schnell den Verdacht auf eine bestimmte Spur und liefert immer wieder Hinweise, die dazu führen, diesen Verdacht zu erhärten und doch war ich mir lange nicht sicher, ob nicht etwas anderes dahinter stecken könnte und in der Tat ist es dann nicht so einfach, wie man zu Beginn des Buches noch denkt, denn es steckt viel mehr dahinter.

Die Autorin versteht es wirklich den Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Zum einen nimmt sie kein Blatt vor den Mund, schildert Gefühle, Gedanken, Erinnerungen und Ereignisse wie sie sind, so schockiert und schrecklich sie auch manchmal sein mögen. Zum anderen lässt sie manche Dinge unausgesprochen, macht nur Andeutungen, so dass der Leser seine eigenen Schlüsse daraus ziehen muss. Dieses Buch bringt den Leser auf jeden Fall zum nachdenken und mitfühlen.

Zudem gelingt es Megan Abbott wirklich, Spannung in das Buch zu bringen, dem Leser Gänsehaut zu verursachen. Das Buch hat mich so gefesselt und aufgewühlt, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte, bevor ich nicht wusste, wie es endet. Doch auch das Ende bietet keine wirkliche Erlösung. Im Gegenteil, es lässt den Leser mit vielen Gefühlen und Gedanken zurück.

Fazit:

Dieses Buch hat mich wirklich zum nachdenken gebracht, es hat mich aufgewühlt und nicht mehr losgelassen. Eine wahnsinnig intensive, gefühlvolle und doch auch schockierende Geschichte, die aus dem Leben gegriffen ist, was sie noch ergreifender macht. Ein Buch, das den Leser nicht mehr loslässt. Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

 

Vielen Dank an lovelybooks.de und den Kiepenheuer & Witsch Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension man bekommt sofort lust das Buch zu lesen! Das Buch wandert gleich auf meine Wunschliste!

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  2. Dankeschön :-) Das Buch ist wirklich nur zu empfehlen!

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