Dienstag, 24. April 2012

Hannes


Hannes

Autor(in): Rita Falk
Verlag: dtv
Seitenzahl:  203
Preis:  17,90 Euro
ISBN:  978-3423280013

Bildquelle und Infos: *hier*


Gestaltung:

Das Cover des Buches ist sehr schlicht gestaltet. Auf der oberen Hälfte sieht man hellgrüne Kastanienblätter. In der Mitte sind Titel und Autor abgedruckt und ganz unten sieht man dann nochmal ein einzelnes fallendes Kastanienblatt. Hat man das Buch gelesen erfährt man, dass vor dem Fenster des Krankenhauszimmers von Hannes ein Kastanienbaum steht. Das Cover passt also wirklich sehr gut zum Inhalt des Buches. Außerdem ist grün ja die Farbe der Hoffnung, was ebenfalls sehr passend ist, da Uli ja die Hoffnung nie aufgibt. Es ist also ein wirklich gelungenes Cover.

Story:
Klappentext:

„Zwei junge Männer, Freunde seit frühester Kindheit, rasen dahin auf dem Weg ins Leben. Bis zu diesem Unfall. Uli glaubt fest daran, dass Hannes ganz bald aus dem Koma erwachen wird. Er besucht ihn täglich, obwohl sein Zivildienst im „Vogelnest“ – einem Heim für psychisch kranke – ihm einiges abverlangt. Gleichzeitig ist da dieser Hunger nach Leben, nach Liebe und Sex und nach tiefer Freundschaft. Jeden Tag lässt Uli seinen Freund teilhaben an seinem Alltag, immer in der Hoffnung auf eine winzige Regung, ein Blinzeln, ein Wort von ihm. Täglich schreibt Uli ihm Briefe damit all die Leerstellen gefüllt werden können, später, wenn Hannes wieder bei ihnen ist. Doch zwischendurch macht sich unbändiger Zorn ihn ihm breit: auf die seelenlose Apparatemedizin und hilflos-arrogante Ärzte, auf Hannes‘ Eltern, die sich doch nur selber bemitleiden, und auf Hannes, der einfach so daliegt, ohne ein eigenes Lebenszeichen ….“
(Quelle:  http://www.dtv.de/buecher/hannes_28001.html)

Das Buch besteht ausschließlich aus Briefen, die Uli an Hannes schreibt. Zu Anfang dachte ich, ich würde mehr Informationen brauchen, z.B. über den Unfall oder wie das Leben der jungen Männer vor dem Unfall war, doch je länger ich gelesen habe, desto unwichtiger wurden diese Details.

Uli erinnert sich an alle möglichen Ereignisse aus der Vergangenheit und erzählt aus seiner Sicht, was damals alles passiert ist. Dadurch erfährt man einiges über das Leben von Hannes, Uli und ihren Freunden Rick, Kalle und den Brenninger.

Im Gegenzug dazu erzählt Uli aber auch von seinem Leben, wie es im Moment ist. Man erlebt seine Arbeit als Zivi im Vogelnest mit, lernt die Menschen dort kennen und  schließt sie, gemeinsam mit Uli ins Herz.  Doch auch Hannes‘ Eltern und seine Freundin Nele werden immer wieder Thema in Ulis Briefen. Mit diesen Briefen will Uli erreichen, dass Hannes auf dem Laufenden ist, wenn er wieder aufwacht, doch am Ende muss er erkennen, dass diese Briefe viel mehr waren, als er zu Beginn dachte … .

Charaktere:

Da das gesamte Buch ja aus der Sicht von Uli geschrieben ist, fängt man sehr schnell an, sich in ihn hineinzuversetzen und die Geschichte gemeinsam mit ihm zu erleben. Uli erzählt immer wieder mit viel Humor von seinem Zivildienst im Vogelnest. Doch hinter all diesem Humor merkt man, dass ihm die Bewohner wirklich ans Herz wachsen und ihn ihre Schicksale berühren. Er überlegt, wie er diesen Menschen das Leben versüßen könnte und beweist dabei häufig sehr viel Feingefühl. Auch im Umgang mit seinem Freund Hannes ist er sehr liebevoll, geduldig und feinfühlig. Natürlich gibt es auch immer wieder Phasen, in denen er verzweifelt, doch er verliert nie die Hoffnung, dass Hannes wieder gesund wird. 

Ganz anders als seine anderen Freunde Kalle, Rick und der Brenninger. Zu Beginn sind auch sie noch sehr hoffnungsvoll und besuchen Hannes häufig, doch je länger dieser im Koma liegt, desto weniger werden die Besuche und von ihnen glaubt am Ende auch niemand mehr, dass Hannes wieder so wird, wie er vor dem Unfall war. Von diesen drei jungen Männern erfährt man auch einiges aus Ulis Briefen, doch da die Ereignisse nur aus Ulis Sicht erzählt werden, bleiben sie immer im Hintergrund und man erfährt als Leser nicht wirklich viel über ihre Gefühle, wodurch sie etwas farblos bleiben, was aber nicht schlimm ist, da ja im Vordergrund der Geschichte vor allem die Freundschaft zwischen Uli und Hannes steht.

Schreibstil:

Das gesamte Buch ist, wie gesagt, in Briefform geschrieben. So erfährt man als Leser sehr viel über Ulis Gefühle und seine Sicht der Dinge. Dadurch fing ich sehr schnell an, mich in ihn hineinzuversetzen, mit ihm zu fühlen, zu lachen, zu verzweifeln und zu leiden. Wenn Uli wütend war konnte ich das genauso verstehen, wie wenn er Ablenkung suchte oder sich bemühte das Leben der Bewohner des Vogelnestes erträglicher zu machen. 

Rita Falk hat in dieser Geschichte alles drin, was ein gutes Buch braucht: Humor, Spannung, sympathische, glaubwürdige Charaktere und jede Menge Gefühl. 

Was mir persönlich sehr gut gefällt, dass sich ab und zu ein wenig der bayrische Dialekt in dieses Buch geschlichen hat, wie z.B. das Wort „grantig“. Da ich ja selber aus Bayern komme, hat mir das die Geschichte zusätzlich etwas versüßt.

Fazit:

Selten hat mich ein Buch so bewegt, wie die Geschichte um Hannes und seinen Freund Uli. Selten hab ich so mitgelacht, mitgefühlt und mitgeweint, wie ich es mit Uli getan habe.

Ein wirklich tolles, ergreifendes, traurig schönes Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, da es mich wirklich sehr berührt hat.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.


Vielen Dank an lovelybooks und den dtv Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

1 Kommentar:

  1. Schöne Rezension! Ich habe es gerade als Hörbuch gewonnen und freue mich schon sehr aufs hören.
    Gruß
    Yvonne

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