Samstag, 23. Juni 2012

Rezension: Hexenfluch


Autor(in):  Lynn Raven
Verlag: Knaur
Seitenzahl:  428
Preis:  12,99 Euro
ISBN:  978-3426505601

Bildquelle und Infos: *hier*

 
Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Frau, mit dem tollen, roten Kleid, die auf eine Stadt herunterschaut sieht irgendwie geheimnisvoll aus und der rote Stoff zieht den Leser einfach an. 

 
„Die junge Ärztin Ella Thorens lebt nur für ihren Beruf. Seit ihre Mutter sie und ihren Vater vor Jahren verlassen hat, hält sie ihr Herz sorgsam verschlossen. Dies ändert sich, als sie eines Abends sieht, wie ein Mann zusammengeschlagen wird. Als sie den Verletzten berührt, fühlt sie, wie eine neue und ungeahnte Macht sie durchströmt. Christian Havreux ist ein Hexer – und der Kontakt mit ihm erweckt Ellas magische Kräfte, das geheime Erbe ihrer Mutter. Er überredet Ella, ihre Fähigkeiten ausbilden zu lassen, doch dabei verfolgt er nicht ganz uneigennützige Pläne … .“ 
(Quelle:  http://www.droemer-knaur.de/buch/3119763/hexenfluch)

Zu Beginn erfährt man, dass Ella mit ihren Männern anscheinend nicht immer Glück hatte und dass sie ein richtiger Workaholic ist. 

Danach trifft sie in einer dunklen Gasse auf Christian und rettet ihm das Leben mit Hilfe ihrer Kräfte, von denen sie keine Ahnung hat. Doch dadurch wird der Hexer auf sie aufmerksam und erzählt ihr von den magischen Fähigkeiten, die sie möglicherweise in sich trägt. Er hilft ihr auch, diese Kräfte zu kontrollieren. Das geschieht jedoch nicht ganz uneigennütz, denn Christian hat vor 800 Jahren einen Pakt mit einer Dämonenfürstin geschlossen und ist seit dem ihr Sklave. Ella könnte diesen Bann brechen und Christian wäre endlich frei. 

Doch der Hexer ist nicht der Einzige, der auf Ella aufmerksam geworden ist und auch die Dämonenfürstin Lyresha hat ihre eigenen Pläne mit Christian und Ella. Tja, und es ist gar nicht so einfach jemanden für seine Zwecke auszunutzen, wenn man anfängt etwas für diese Person zu empfinden … .

 


Ella ist eine selbstbewusste Frau, die ihren Mann in ihrem Beruf als Ärztin steht. Mit den Männern hatte sie bis jetzt wenig Glück und schwört sich deswegen, in nächster Zeit keine Beziehung einzugehen. Von Ellas Vergangenheit, ihrer Familiengeschichte erfährt man leider nichts und auch Freunde hat sie keine. Sie scheint einzig und allein für ihren Beruf zu leben, nachdem sie den Männern abgeschworen hat. Als sie erfährt, dass sie magische Kräfte haben soll, glaubt sie zunächst nicht daran. Doch nachdem Christian ihr eine Kostprobe seiner Gabe gibt, kann sie sich nicht mehr davor verschließen. Zunächst sieht sie den Hexer nur als Lehrer, als besonders gutaussehenden Lehrer allerdings und schnell muss sie sich eingestehen, dass sie doch mehr für ihn empfindet. Dabei kam sie mir dann allerdings eher wie ein verknallter Teenager, als eine erwachsene Frau vor. Plötzlich scheint ihr Selbstbewusstsein verschwunden zu sein und naiv läuft sie in eine Falle nach der anderen. Auch von ihren Kräften hätte ich mir mehr erwartet. Irgendwie erfährt man als Leser nie wirklich, was Ella eigentlich wirklich kann. Ihre magischen Fähigkeiten scheint sie auch nicht zu ihrer Verteidigung einsetzen zu können, so dass sie doch wieder gerettet werden muss, was ich sehr schade fand.

Von Christian oder Kristen wusste ich gar nicht, was ich halten sollte. Zum einen scheint er ein besonders mächtiger Hexer zu sein, der jedoch seine Kräfte aufgrund des Bannfluchs nicht vollständig einsetzen kann. Zum anderen ist er jedoch nur der Sklave der Dämonenfürstin Lyresha. Von seiner Vergangenheit erfährt man nur Bruchstücke und viele Fragen bleiben offen. Dadurch habe ich leider auch nie vollkommen seine Motive erfahren, diesen Pakt einzugehen. Auch der Umstand, dass er Ella für seine eigenen Zwecke benutzen möchte, machte ihn nicht gerade sympathischer. Als er sich jedoch in die Ärztin verliebt, scheint er sich zu verändern oder sich an seine weiche Seite zu erinnern, denn jetzt hilft er auch einem jungen Wandler, der in die Fänge von Lyresha gerät. Ab diesem Zeitpunkt wurde er mir sympathischer und zeigt schließlich doch noch, dass ein richtiger Held in ihm steckt.

Als Nebenrolle hat mir die des Werwolfs Mikah am besten gefallen. Er kommt als junger, hilfloser Wandler zu Lyresha, dem übel mitgespielt wurde. Und auch wenn man zu Beginn denkt, dass er nur ein Schützling von Christian ist, bekommt er zum Ende des Buches doch noch eine sehr schöne Rolle.


Ich habe ja schon einige Bücher von Lynn Raven gelesen und jedes ab der ersten Seite geliebt. Bei diesem hier fiel mir aber der Einstieg schwer. Anfangs ist das Buch sehr verwirrend. Der Protagonist wird zum einen Christian Havreux, zum anderen aber auch Kristen Havebeeg genannt und auch seine Geschichte wird immer nur kurz angerissen und ich konnte nicht wirklich herauslesen, was am Ende dazu geführt hat, dass er den Pakt mit der Dämonenfürstin Lyresha eingegangen ist und was damals, vor 800 Jahren wirklich passiert ist. 

Auch über Ellas Familiengeschichte wird man völlig im Dunklen gelassen, obwohl ich mir da aufgrund des Klappentextes mehr gewünscht hätte. Ella blieb für mich eine Frau ohne Vergangenheit und man erfuhr auch nicht wirklich, woher sie ihre Kräfte hat und ob es in ihrer Familie mehr Personen mit magischen Fähigkeiten gab. Das fand ich sehr schade.

Durch Ellas erste Begegnung mit Christian kommt zu Beginn gleich Spannung in die Geschichte, die jedoch schnell wieder dadurch aufgehoben wird, dass Ella erst nach und nach durch Christian lernt ihre Kräfte zu kontrollieren und man nie erfährt, wozu die Frau Dank ihrer Kräfte wirklich in der Lage ist. Einige Seiten lang erfährt man immer wieder, wie Ella sich mit Christian trifft und dieser zwischen seinem Leben an Lyreshas Hof und der Aufgabe Ellas Lehrer zu sein hin und her pendelt
.
Die Geschichte bekommt dann richtig Schwung, als noch andere Hexer auftauchen, die Ella die Wahrheit über Christians Vergangenheit erzählen und Lyresha versucht Ella in ihre Finger zu bekommen. Ab da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und fand den typischen Schreibstil von Lynn Raven wieder, der den Leser so richtig in den Bann zieht. Von diesem Zeitpunkt an überschlagen sich die Ereignisse, die Sätze werden kürzer, bestehen teilweise nur noch aus einzelnen Wörtern und erzeugen richtig Spannung. Auch der große Showdown birgt noch einige tolle Überraschungen und am Schluss waren die Seiten viel zu schnell zu Ende.

Dieses Mal hat sich die Autorin Lynn Raven, meiner Meinung nach, im Gegensatz zu ihren vorherigen Büchern, eher Erwachsene als Zielgruppe ausgesucht. Die Protagonisten sind selber im Alter von 30 – 35 Jahre und häufig geht es in diesem Buch auch um Sex und Gewalt, wobei diese Themen meist nicht nur angeschnitten, sondern teilweise detailiert beschrieben werden.

 


Ich muss zugeben, dass mir dieses Buch von Lynn Raven etwas zu düster war, was sicher daran liegt, dass es nicht mehr für Jugendliche geschrieben wurde. Trotz allem hat mir die Geschichte zum Ende hin sehr gut gefallen, doch meine Erwartungen waren wohl etwas zu hoch. Wer noch nie etwas von Lynn Raven gelesen hat, könnte diesem Buch sicher auch die Höchstwertung geben. 

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.





Vielen Dank an den Knaur Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.



Kommentare:

  1. Bei mir war Hexenfluch das erste Lynn Raven-Buch, daher kannte ich den Schreibstil der anderen Bücher nicht. Mit dem Anfang der Geschichte stimme ich dir zu: Der war mehr als verwirrend. Und auch das Urteil ist bei uns dasselbe :-)
    Sehr schöne Rezension!

    lg

    Steffi

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  2. Düster hört sich sehr gut an! Ich mag es gerne so :-)

    Danke für die Rezi, auch, wenn ich hier nur das Fazit gelesen habe, da ich das Buch selber noch lesen möchte und gar nicht so viel im Vorfeld erfahren möchte.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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  3. Wow! Tolle Rezi!!!
    Das Buch hört sich echt finster an. Ich finds aber trotzdem sehr interessant. Ich bin gespannt, ob ichs lese. Auf die Liste kommts auf jeden Fall mal :)

    LG
    Lilly

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  4. Hey Monika,
    danke für dein Abo :D!! Ich hätte dich auch gern aboniert, aber ich finde Follower-Box irgendwie nicht.
    Ich finde du schreibst sehr ausführliche und schöne Rezensionen und das Design von deinem Blog ist echt toll! Ich mag die Fee und diese Schnörkel am Rand und so. Was für ein Grundlagendesign hast du?
    Ich wusste gar nicht, dass Lynn Raven schon wieder ein neues Buch rausbringt, hat mich echt überrascht, als ich das gesehen habe. Aber die Rezension oben hört sich ja nicht ganz so toll an. Ich habe Blutbraut auch noch nicht gelesen, aber es soll ja dem Kuss des Kjer ziemlich ähnlich sein. Ich liebe dieses Buch einfach, wahrscheinlich wird es sowieso mein Lieblingsbuch von ihr bleiben, aber Blutbraut will ich eigentlich auch unbedingt noch lesen...
    Kannst du mir verraten wie du mich beim Blogzug gefunden hast, weil irgendwie stelle ich mich mal wieder zu dämlich an und schaffe es nicht zum Beispiel nur in dem Abteil Buecher zu suchen...

    LG FantasyBookshelf

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  5. Willkommen im Club der Technikbegabten xD...das mit dem Zug habe ich dann doch noch irgendwann gefunden, ich habe die ganze Zeit diese komische Leiste abgesucht, dass aber irgendwie nicht mehr gefunden, weil ich es davor sogar schon mal angeklickt hatte...aber naja xD

    LG FantasyBookshelf

    PS: Ich hatte ja irgendwie auch geschrieben, dass ich deinen Follower-Kasten nicht finde...jetzt habe ich ihn gefunden und dich gleich mal aboniert xD.

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