Samstag, 6. Oktober 2012

Rezension: "Flying Moon"


Autor(in):  Katrin Bongard
Verlag:  Red Bug Books
Seitenzahl: 
ebook, 246 Seiten (Print-Version)
Preis:  2,99 Euro
ASIN: B0099NL8BY

Bildquelle und Infos: *hier*
(Die Rechte für dieses Bild liegen beim Verlag!)

Das Cover dieses Ebooks sagt sehr wenig über den Inhalt des Buches aus. Trotzdem gefallen mir vor allem die Farben, die dafür gewählt wurden und der Mond, den man leicht im Hintergrund erkennen kann, passt zum Titel „Flying Moon“.

 
„Ein rockiges Aschenputtel, ein trauriger Prinz, eifersüchtige Ex-Freundinnen: Ein modernes Liebesmärchen. Als die 16 jährige Moon auf einer Filmparty einen unbekannten Jungen trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. Was Moon nicht weiß: er ist ein Filmstar, sein Ruf als Verführer legendär. Dann werden beide unfreiwillig getrennt. Ein Jahr später treffen sie zufällig an einem Filmset wieder aufeinander und sollen ein Liebespaar spielen …."
(Quelle: http://www.redbug-books.com/flyingmoon.htm)

Die 16jährige Moon ist zusammen mit ihrer Familie auf einer Filmparty und trifft dort einen aufregenden Jungen. Es scheint eine besondere Magie zwischen ihnen zu geben, denn Moon benimmt sich so ganz anders als sonst: Sie trinkt Champagner, badet in vollen Klamotten mit ihm im Pool und landet schließlich mit ihm allein in einem Zimmer. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ihr Vater nicht dazwischen gefunkt und sie nach Hause gezerrt hätte.

Danach ist nichts mehr, wie es einmal war: Ihre Eltern trennen sich und ihre Mutter, ihr Bruder Lion und Moon ziehen um. Das Leben plätschert so dahin und Moon trifft sich mit Jungs und wird erwachsen. Trotzdem geht ihr der Junge (dessen Namen sie nicht mal weiß) von der Party nicht mehr aus dem Kopf.

Schließlich bekommt Moon eine einmalige Chance: Für einen Film werden junge Darsteller an ihrer Schule gesucht. Moon ist in einer Theaterspielgruppe und liebt es in verschiedene Rollen zu schlüpfen, aber in einem Film mitspielen? Doch ihr guter Freund Karl überredet sie, gemeinsam mit ihm vorzuspielen und prompt werden die beiden genommen. Aber so richtig überzeugt ist Moon erst, als sie liest, wer das Drehbuch zum Film geschrieben hat: Nämlich ihr Vater, zu dem sie seit Monaten keinen Kontakt mehr hat.

Gemeinsam mit ihrem Bruder schmiedet sie einen Plan: Sie wird die Hauptrolle annehmen, um so an ihren Vater heranzukommen. Doch richtig kompliziert wird es erst, als Moon erfährt, wer die männliche Hauptrolle spielen wir: Lasse Paulsen, der junge Mann, den sie auf der Filmparty kennengelernt hat und den sie seitdem nicht mehr vergessen konnte.

Lasse ist ein bekannter Schauspieler und kann jedes Mädchen haben, auch die Kristen, die ebenfalls im Film mitspielt und einfach umwerfend ist. Warum sollte er sich also ausgerechnet für sie interessieren? Und was ist mit Johann, mit dem sie sich vorm Filmdreh ein paarmal getroffen hat und der sich seitdem Hoffnungen auf mehr macht?

Es geht ganz schön Auf und Nieder in Moons Leben und dann taucht auf einmal wirklich ihr Vater auf und ist alles andere als begeistert, dass Moon und Lasse sich wiedergetroffen haben … .

 
Moon war für mich etwas schwer greifbar. Es heißt zwar, sie wäre normalerweise ganz anders, trotzdem springt sie auf einer Party samt Cocktailkleid in den Pool und landet schließlich mit einem Jungen in einem Zimmer, dessen Namen sie nicht mal kennt. Ich finde zwar, dass diese Szene eine gewisse Magie mit sich bringt, trotzdem war mir das etwas zu spontan und impulsiv. Danach datet und küsst sie immer wieder andere Jungs und lässt sie im Glauben, dass sie mit ihnen eine Beziehung will, obwohl sie doch eher etwas Zwangloses sucht. So richtig verliebt scheint sie in keinen zu sein, macht ihnen, meiner Meinung nach, jedoch zu viele Hoffnungen. Ein toller Charakterzug an ihr ist, dass sie ihre Familie liebt und versucht ihren Bruder zu beschützen. Dabei geht sie in meinen Augen jedoch auch zu weit, da sie für ihn Entschuldigungen schreibt und seinen Drogenkonsum und den Diebstahl, den er begeht, einfach so hinnimmt. Zwar macht sie sich Sorgen um ihn, versucht jedoch nicht, ihm ins Gewissen zu reden oder ihn dazu zu bringen, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Insgesamt finde ich, hat man über Moon zu wenig erfahren. Was will sie im Leben erreichen, was will sie nach dem Abi machen, liebt sie das Theater wirklich oder ist es nur eine Phase? Mir blieb Moon zu oberflächlich und ich konnte mich deshalb nur schwer in sie hineinversetzen.

Lasse gefiel mir dagegen sehr gut: Er ist der typische Star, wie man ihn sich vorstellt: Alkohol und Drogen sind gang und gäbe, er sieht gut aus und kann jede haben. Er datet Schauspielkolleginnen und nach jedem Film wird gemunkelt, ob er im Real Life auch etwas mit seiner Filmpartnerin hat. Er ist zwar ein Star, hat aber alles andere als eine weiße Weste und seine Fehler werden auch nicht vertuscht, sondern kommen während der Dreharbeiten immer wieder ans Licht. Erst als er Moon und vor allem ihrem Vater begegnet und sein Handeln unangenehme Konsequenzen nach sich zieht, erkennt er, dass es so nicht weitergehen kann und ändert sein Leben. Und auch, wenn man sofort das Gefühl hat, zwischen ihm und Moon gäbe es eine besondere Verbindung und dass auch er verliebt ist, so lässt er sich doch nicht sofort auf sie ein.

Ein echter Gewinn waren für mich die Nebendarsteller: Moons platonischer Freund Karl z.B., bei dem man sich trotz allem immer nicht so recht sicher ist, ob er nicht in Moon verliebt ist. Er überredet sie zu dem Casting und bekommt prompt auch eine Rolle. Während der Dreharbeiten ist er immer wieder für Moon da, verliebt sich aber dann in Krista, die auch mit ihnen dreht.

Auch Krista fand ich super. Sie ist zwar berühmt und einfach umwerfend, trotzdem ist sie keine Spur arrogant. Sie hat ihre eigene Art und sagt geradeheraus, was sie denkt und trotzdem wird sie eine echte Freundin für Moon und gibt ihr gute Tipps.

 
Das Buch ist aus Moons Sicht geschrieben, was ich persönlich immer sehr gut finde, weil einem dadurch die Hauptdarstellerin immer etwas nähergebracht wird und man einen Einblick in deren Gedanken bekommt. 

Den Anfang finde ich auch sehr gut gewählt: Man erfährt etwas über Moons Familie und prompt begegnet das Mädchen dem geheimnisvollen Fremden. Diesen Moment fand ich irgendwie magisch, aber auch ein wenig verrückt. Danach ist der junge Mann erst einmal aus Moons Leben verschwunden und man fragt sich als Leser, wer er ist und ob sie sich erneut begegnen. Als dann ein großes Geheimnis um Moons Filmpartner gemacht wir, ahnt man schon, was kommen wird und trotzdem freut man sich total, als das Mädchen erkennt, wer mit ihr die Liebesszenen drehen wird. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als Moon aus allen Wolken fällt und sich fragt, ob Lasse sich wohl an sie erinnern kann.

Sehr schön finde ich, dass sich die beiden zwar gegenseitig anzuziehen scheinen, aber nicht sofort ein Paar werden. Es ist richtig kompliziert zwischen ihnen und Moon ist schon richtig am verzweifeln. Immer wieder trennen sich ihre Wege, ohne dass klar ist, was jetzt zwischen ihnen ist. Es gibt ein richtiges Auf und Ab und man fiebert wirklich mit, ob es am Ende denn ein Happy End geben wird.
Da ich ein richtiger Film-Freak bin, fand ich die Geschichte, wie der Film gedreht wird, natürlich besonders schön. Endlich gibt es einmal ganz untypisches Jugendbuch, das nicht an einer Schule, sondern an einem Drehort spielt. Es ist toll, mit Moon zusammen zu entdecken, wie viele Personen an so einem Film beteiligt sind und was man als Schauspieler alles über sich ergehen lassen muss. Das war wirklich einmal eine willkommene Abwechslung und auch, wenn es nicht die große Spannung im Buch gibt, hab ich doch sehr gerne weitergelesen, um zu erfahren, was als nächstes passieren wird.

Sehr bedenklich finde ich allerdings den Umgang mit Drogen, der hier in diesem Buch meiner Meinung nach, zu leichtfertig dargestellt wird. Da gibt es den 14jährigen Bruder, der plötzlich einen Joint aus der Hosentasche zieht und gemeinsam mit Moon raucht. Der geheimnisvolle Fremde, der es toll findet, gemeinsam Alkohol zu trinken und Drogen zu nehmen und die Schauspielerin, die sich schnell mal eine Bong baut. Alle sind danach lustig und entspannt und ihr Handeln hat keinerlei Folgen. Mag sein, dass ich da etwas spießig bin (vielleicht auch aufgrund meines Berufes), aber in einem Jugendbuch sollten meiner Meinung nach Drogen auf keinen Fall verharmlost werden. Das hat mir das Lesevergnügen leider etwas getrübt.

 
Es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und wer ein Fan von Filmen ist, liegt mit „Flying Moon“ genau richtig, da man als Leser tolle Einblicke in die Entstehung eines Filmes bekommt.
Außerdem beinhaltet dieses Buch eine schöne Liebesgeschichte, die einen zum seufzen bringt, aber trotzdem nicht zu kitschig ist.

Ein schönes Buch für einen entspannten Leseabend.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.




 
Vielen Dank an den Red Bug Books Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Kommentare:

  1. Klingt interessant :) *hoffe es gibt auch ein Taschenbuchausgabe davon*
    Mit den Drogen kann ich dich verstehen. Ich hab einige Freunde die deswegen richtig abgerutscht sind und damit ist echt nicht zu spaßen! Ich mag es irgendwie nicht, wenn man das so ...verharmlost...
    Auf jedenfall tolle Rezi ;)

    lg

    Alisia

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  2. Hi Monika,
    surfe gerade vorbei - eigentlich sollte ich ja schreiben, statt mich nach Lesestoff umzusehen *räusper* -und muss dir gleich noch einmal für die nette Rezi danken! Dein Blog gefällt mir sehr gut, übersichtlich, eine klare Sprache in den Rezensionen und als Künstlerin gefallen mir Hintergrund und Gestaltung sehr gut. Tja, was soll ich sagen: Bis zur nächsten Welle :D Katrin

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    1. Hallo Katrin,

      vielen Dank für die netten Komplimente :) Freut mich, dass es Dir hier gefällt. Die Komplimente fürs Design werd ich weitergeben, das ist nämlich nicht von mir ;)

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