Donnerstag, 25. Oktober 2012

Rezension: Hexengesicht


Autor(in): Heike Schulz
Verlag:
Schwarzkopf & Schwarzkopf
Seitenzahl:  236
Preis:  
14,95 Euro
ISBN:  
978-3862651818


Bildquelle und Informationen zum Buch findet Ihr hier.
 (Die Rechte für das Bild liegen beim Verlag)



Das Cover ist unglaublich schön. Es ist zwar sehr dunkel, doch das macht es so mysteriös und geheimnisvoll. Das junge Mädchen auf dem Cover geht fast im dunklen Hintergrund verloren und genau deswegen fragt man sich, was es mit dieser Frau wohl auf sich hat. Der Titel des Buches und die Autorin sind in goldenen Buchstaben auf dem Cover abgedruckt und mit Schnörkeln umrundet. Außerdem fühlt sich das Cover an wie samt, was es einfach perfekt macht. Ein wirklich tolles Cover, das einen förmlich dazu „überredet“, dieses Buch zu kaufen.

„So hat sich Josephine die Klassenfahrt nicht vorgestellt. Nicht nur, dass sie sich mit der Esoterikerin Tamara ein Zimmer teilen muss, auch das Kaff, in das sie die Reise geführt hat, ist total öde. Wer will es ihr da verübeln, dass sie sich während einer Besichtigungstour lieber verdrückt? Auch Tamara treibt etwas dazu, sich während des Rundganges abzusetzen.
Seltsamerweise begegnen sich die beiden Mädchen vor einem Gemälde in einer kleinen Kirche. Fasziniert ­betrachten sie das geheimnisvolle Bild  – bis ihnen die Porträtierte plötzlich den Blick zuwendet.
Josephine tut das Ereignis als Sinnestäuschung ab. Doch Tamara lässt sich nicht so leicht beruhigen. Schon gar nicht, als sie erfährt, dass die unheimliche Frau vor Hunderten von Jahren als Hexe angeklagt und gefoltert wurde. Was will sie nur von den beiden Mädchen?
Gemeinsam beschließen Tamara und Josephine, der Sache nachzu­gehen. Doch als sie die Kirche erneut aufsuchen, ist das magische Gemälde verschwunden. Dafür dringt nun ein Wimmern durch das Gemäuer ...“ (Quelle: http://www.schwarzkopf-verlag.net/hexengesicht.html)




Josephine und Tamara machen gemeinsam im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts eine Klassenfahrt. Die Klasse soll mehr über die Hexenverfolgung im Mittelalter erfahren und findet sich deshalb  in dem kleinen Ort Walnik wieder, in dem vor hunderten von Jahren Hexenprozesse geführt wurden.
Tamara ist sofort begeistert von dem Ort und ihrer Jugendherberge. Sie fühlt sich gleich wohl, fast schon zuhause und freut sich auf die Informationen, die sie hier bekommen sollen.

Josephine dagegen wär viel lieber wieder zuhause. Sie hat Ärger mit ihrem Freund und würde das jetzt lieber klären, als hier in diesem öden Kaff festzusitzen. Und weil das nicht reicht, gibt es auch nur Dreibettzimmer und für sie ist plötzlich in ihrem „Cliquenzimmer“ kein Platz mehr, weswegen sie von der Lehrerin zu Tamara ins Zimmer gesteckt wird.

Bei einem Ausflug treffen sich beide in einer Kirche, in der ihnen das Gemälde einer jungen Frau auffällt. Auf den ersten Blick sieht sie sehr hübsch aus, doch als sie genauer hinsehen fällt ihnen auf, dass die linke Gesichtshälfte der Frau total entstellt ist. Und zu ihrem Schreck dreht sich das Gesicht der Frau auch noch in ihre Richtung und der Mund öffnet sich, als wolle sie ihnen etwas sagen. Doch das war doch nur eine optische Täuschung, oder etwa nicht? Für Jo ist sicher, dass sie sich das eingebildet hat, doch Tamara macht sich auf die Suche nach Antworten und stößt auf die junge Friederike, die als Hexe gefoltert und getötet wurde. Doch was will sie ihnen sagen und wer steckt hinter diesem grauenhaften Verbrechen?

Schnell steckt Tamara Jo mit ihrer Neugierde und ihrer Detektivarbeit an und beide Mädchen beginnen in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen. Völlig unerwartet taucht auch Kilian, Josephines Freund in Walnik auf und hilft den beiden, mehr über Friederike zu erfahren. Doch was sie schließlich ans Licht bringen ist so unglaublich, so schrecklich und unnatürlich, dass es um jeden Preis vertuscht werden muss und genau das bringt die drei Freunde in Gefahr … .



Josephine ist die typische Schulzicke. Sie trägt immer nur die neuesten Klamotten, ist arrogant, aber beliebt und hat ständig ihren Fanclub um sich. Dass sich jemand nicht für Mode und Kosmetik interessiert kann sie nicht verstehen. Auch die Geschichte, wie sie Kilian, ihren Freund kennengelernt hat, passt wunderbar in das Bild, das ich mir von diesem Mädchen gemacht habe. Umso erstaunlicher ist es, dass sie schließlich bei der Zimmerverteilung übrig bleibt und in Tamaras Zimmer landet. Natürlich ist sie todunglücklich mit diesem Umstand und versucht alles, um der seltsamen Zimmergenossin aus dem Weg zu gehen. Ein Zufall führt sie schließlich zu der Kirche, in der die beiden Mädchen das Gemälde von Friederike entdecken. Zunächst glaubt sie natürlich nicht an Übersinnliches, sondern hält es für eine optische Täuschung, doch je mehr sie über Friederike erfahren, desto faszinierter und neugieriger wird Jo und schon bald beginnt sie, sich mit Tamara auf den Weg nach Antworten zu machen. Dabei fällt ihr auf, dass ihre Zimmergenossin zwar nichts von Mode versteht und etwas seltsam ist, dafür aber andere Qualitäten hat und schon bald findet sie es gar nicht mehr so schlimm, sich mit Tamara ein Zimmer zu teilen. Jo gefiel mir sehr gut, da sie eine richtige Entwicklung durchmacht und nicht sofort ihre Meinung über Tamara ändert, sondern erst nach und nach die Qualitäten ihrer Zimmergenossin erkennt und diese schließlich in ihr Herz schließt. Auch die Liebesgeschichte mit Kilian fand ich richtig überzeugend. Die beiden passen eigentlich super zusammen, machen sich aber selbst das Leben schwer und müssen erst in Schwierigkeiten geraten, um zu erkennen, dass andere Dinge völlig unwichtig sind. 

Tamara ist etwas seltsam. Sie trägt häufig weite Kleider, selbstgenähte Rucksäcke und Lederbänder im Haar. Sie interessiert sich total für den Hexenkult und kennt sich mit Heilkräutern aus. Kein Wunder, dass sie als verschroben gilt und nicht gerade beliebt in der Klasse ist. Doch Tamara ist das egal. Sie hat ihren besten Freund David  und ist mit ihrem Leben zufrieden, so, wie es ist. Als sie jedoch das Gemälde der jungen Frau entdecken ist für Tamara nichts mehr, wie es war. Albträume plagen sie und sie möchte unbedingt wissen, was es mit Friederike auf sich hat und wieso sie so ein schreckliches Schicksal erleiden musste. Mit ihrer Neugierde steckt sie Jo schnell an und erweist sich gleich auch als gute Freundin, der man vertrauen kann. Ich fand Tamara richtig toll. Sie ist eine starke Persönlichkeit und hat ein enormes Wissen über alles Okkulte, was ihr in diesem Fall besonders hilft.

Die Nebendarsteller spielen in diesem Buch wirklich eine sehr untergeordnete Rolle. Einzig Kilian, der Freund von Jo, bekommt noch etwas mehr Platz in der Geschichte. Er taucht in Walnik auf, um endlich die Streitereien mit seiner Freundin aus dem Weg zu räumen, doch stattdessen wird er mitten hineingezogen in die Geschichte um Friederike und muss bald erkennen, welche Gefühle er wirklich für Josephine hat.




Die Geschichte beginnt damit, dass ein junges Mädchen im Mittelalter namens Friederike versucht, ihren Verfolgern, die sie als Hexe vor Gericht bringen wollen, zu entwischen. Als klar wird, dass sie keine Chance hat, endet ihre Geschichte und man findet sich in der Gegenwart wieder. Schnell wird man jedoch vom Schicksal der jungen Frau ergriffen und wünscht sich mehr darüber zu erfahren, wieso Friederike so übel mitgespielt wurde.

Doch zunächst einmal erfährt man ein wenig über die beiden Mädchen Jospehine und Tamara und welche Umstände sie nach Walnik gebracht haben. Doch schnell entdecken die beiden das Gemälde von Friederike und es kommt sofort Spannung in die Geschichte. Ich persönlich mag ja Bücher, in denen die Protagonisten verschiedene Rätsel lösen müssen und nach und nach das Geheimnis lüften. Auch in diesem Buch war das so und ich fand es toll, wie die beiden Stück für Stück die Vergangenheit von Friederike aufgedeckt haben und immer wieder neuen Hinweisen folgen mussten. Dadurch kam jede Menge Spannung auf und ich hielt richtig den Atem an, bei jedem neuen Hinweis, den die beiden Mädchen erhielten. Es zog sich ein roter Faden durch die Geschichte und das Übernatürliche hielt sich für mich bis zum Ende hin in annehmbaren Grenzen.

Und obwohl ich von Anfang an ahnte, welche Person hinter dem Ganzen steckt, war ich vom Showdown doch mehr als überrascht. Es ist richtig spannend, doch leider muss ich sagen, war ich auch ziemlich enttäuscht. Ich persönlich hätte mir ein etwas anderes, glaubwürdigeres Ende gewünscht. Doch da es ein Fantasybuch ist, hätte ich vielleicht damit rechnen müssen. 

Das Buch wechselt zwischen der Perspektive von Josephine und Tamara hin und her, wobei es immer in der 3. Person geschrieben ist. Ich finde es immer toll, wenn eine Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird, da man so mehr von den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten mitbekommt.
 
Insgesamt ist das Buch sehr flüssig geschrieben und ich konnte nicht aufhören zu lesen, bis ich nicht gemeinsam mit Tamara und Jo, das Geheimnis um Friederike und ihr schreckliches Schicksal aufgedeckt hatte.
Schön finde ich auch, wie die Autorin Heike Schulz, immer wieder Informationen über das Thema „Hexenverfolgung“ in die Geschichte eingebracht hat, ohne den Leser mit trockenen Daten und Fakten zu langweilen. Ich finde das Thema sehr interessant und obwohl „Hexengesicht“ ein Fantasy-Buch ist, bringt es dem Leser doch dieses Thema wieder etwas näher.



Wer, wie ich, Geschichten liebt, in denen erst nach und nach die Hintergründe ans Licht kommen und sich gemeinsam mit den beiden Mädchen daran machen möchte, das Geheimnis um Friederike aufzudecken, der ist bei diesem Buch genau richtig.

Ein tolles und sehr spannendes Buch rund um die Hexenverfolgung, das mich mit einem anderen Ende restlos überzeugen hätte können.



Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.





 

Vielen Dank an Kibulo und den Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Schwarzkopf & Schwarzkopf: http://www.schwarzkopf-verlag.net


Kommentare:

  1. Das Ende war wirklich etwas schwach aber es war einfach toll es zu lesen.
    Schön dass es dir auch so gut gefallen hat :D Der Schreibstil ist von ihr einfach große klasse, weil es einfach einen fesselt :) Das Buch kommt auf jedenfall auf die beste Bücher dieses Jahr liste :)

    lg

    Alisia

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    1. Wenn nur das Ende nicht gewesen wär ... dann könnte es sicher auch ein Highlight von mir sein.

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  2. Ich glaube das buch würde mir auch gut gefallen. Es kommt mal auf den Zettel "nur merken" mal schauen was dann draus wird!

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    1. Es ist auf jeden Fall ein tolle Lektüre für Zwischendurch ;)

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  3. Das Buch will ich auch noch lesen :-) Danke übrigens für deine Kommis zu meinen Rezis :-) Hast du schon den Buchtrailer zum 3. Band von Joss Stirling gesehen? Im nächsten Buch gehts wohl um Xav Benedict :-D ♥

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    1. Gern geschehen ;) Irgendwie ist es ja schon toll, dass jedes Buch von einem anderen Benedict-Bruder handelt, aber irgendwie würd ich auch gern bei den anderen Geschichten noch weiterlesen :)

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