Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Asche und Phönix


Autor: Kai Meyer
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 460
Preis: 19,90 Euro
ISBN: 978-3-551-58291-1

Bildquelle und Informationen: *HIER*

 
Das Cover des Buches zeigt einen grauen Himmel und eine Stadt. Es verrät überhaupt nichts über den Inhalt. Nimmt man den Schutzumschlag ab, kommen darunter lauter Polaroid-Fotos zum Vorschein, die mit Klebeband festgeklebt sind. Das fand ich fast noch besser als das Cover, denn es passt super zur Geschichte und macht richtig neugierig.

Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut.
Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.


Parker hat keine Lust mehr auf den ganzen Presserummel und bricht vor laufender Kamera mit seinem Vater, dem er seine Popularität zu verdanken hat. Doch natürlich hat er jetzt erst recht für einen großen Medienrummel gesorgt und muss vor den Paparazzi fliehen. Da kommt Ash ihm gerade recht, die eigentlich sein Hotelzimmer ausräumen wollte. Sie zeigt ihm einen Weg nach draußen und hilft ihm eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Doch schnell finden sich beide vor laufender Kamera wieder und Ash weiß nicht, wo sie sich verstecken soll. Da bleibt nur eine Möglichkeit: Sie muss sich Parker anschließen, der sich auf den Weg zu seinem Vater macht.

Doch was der junge Mann dort erfährt ist wirklich unglaublich, denn sein Vater ist dabei ihm ein höchst ungewöhnliches Erbe zu hinterlassen. Aber Parker will endlich sein eigenes Leben führen und denkt gar nicht daran auf seinen Vater zu hören und läuft erneut weg. Doch nicht nur die Paparazzi sind Parker schnell auf der Spur, etwas anderes, weitaus Bedrohlicheres hat sich an seine und Ash Fersen geheftet und vor dem können sich die beiden nicht ewig verstecken … .


Ash gefiel mir sofort richtig gut. Sie ist völlig allein auf der Welt, seit ihre Mutter eine neue Familie gegründet und es mit einer Pflegefamilie nicht geklappt hat. Seit dem sucht sie sich immer wieder einen neuen Schlafplatz und „verdient“ sich ihren Lebensunterhalt damit, Hotelzimmer auszuräumen. Dabei lernt sie auch Parker kennen und wird in seine Geschichte verstrickt. Obwohl sie anfangs sehr distanziert wirkt, glaubt sie ihm jedoch und fängt an ihm zu vertrauen. Ich fand es sehr schön, dass Ash zum einen ein ganz normaler Mensch ist, zum anderen aber sehr selbstbewusst und selbstständig. Sie braucht nicht den Ritter in strahlender Rüstung, sondern kommt selber ganz gut klar. Trotzdem schaut sie immer auch „hinter die Kulissen“ und lässt sich z.B. nicht durch Parkers Filmrolle blenden. Ash war für mich eine tolle Protagonistin, ganz ohne besondere Fähigkeiten, aber mit viel Stärke und Bissigkeit bietet sie den Bösen und selbst dem Leben ihre Stirn.

Parker war mir auch von Anhieb an sympathisch. Er hat sein Leben als Schauspieler satt und will endlich er selber sein dürfen. Dass er sich dafür von seinem Vater lossagen muss, ist nur nachvollziehbar und außerdem sehr mutig von ihm. Nach und nach erfährt man auch, dass Parker alles andere als der glückliche, strahlende junge Mann ist, der er als großer Star sein sollte. Als er Ash begegnet hat er anfangs große Bedenken, aber je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto wohler fühlt er sich bei ihr, denn sie ist die erste, die ihn so annimmt, wie er wirklich ist.

Neben den beiden Protagonisten gibt es auch viele tolle Nebendarsteller. Da ist zum einen Royden Cale, der Medienmogul. Er hat sich ein großes Imperium aufgebaut und seinen Sohn zu einem Star gemacht. Als Parker mit ihm bricht, scheint er ehrlich besorgt zu sein und auch als der Junge schließlich bei ihm ankommt, hat man das Gefühl einen alten, kranken Mann vor sich zu haben. Doch Royden hat seine eigene Geschichte, seine eigene Vergangenheit und davon hat selbst sein Sohn nichts gewusst.

Auch Lucien, Parkers Schauspielkollege und Freund gefiel mir wahnsinnig gut. Er scheint mit dem ganzen Medienrummel besser umgehen zu können als Parker und macht das Beste aus seiner Situation. Mit netten Dialogen und viel Witz sorgt er für den Humor in dieser Geschichte.


Das Buch beginnt mit einem sehr ungewöhnlichen und spannenden Vorspann, der jedoch mitten in der Geschichte beginnt und den man nicht sofort einordnen kann. Danach geht es mit Parkers und Ashs Geschichte weiter. Wobei die Kapitel immer abwechselnd aus Parkers und Ashs Sicht, aber in der 3. Person geschrieben sind.

Von Anfang an wird man von der Geschichte mitgerissen. Man fragt sich, wieso Parker mit seinem Vater gebrochen hat und Ash Hotelzimmer ausräumt. Sofort war ich von den beiden Protagonisten fasziniert und wollte mehr über sie und ihre Leben wissen. Nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse der beiden ans Licht und man beginnt sich in die Personen hineinzudenken und mit ihnen zu fühlen.

Auch wenn es anfangs viel um die beiden Protagonisten geht, ist die Geschichte doch sofort sehr spannend, da Parker und Ash sich ständig auf der Flucht befinden, zuerst vor den Paparazzi und danach vor der Vergangenheit von Parkers Vater. Es gibt immer wieder Momente, in denen die Spannung kaum noch auszuhalten ist und man richtig die Luft anhält. Danach bekommt man etwas Zeit, um sich zu entspannen, nur um dann erneut in einen Spannungshöhepunkt gezogen zu werden. Dadurch wird das Buch niemals langweilig und man ist versucht ständig weiterzulesen, weil man einfach wissen will, wie es weitergeht. So legt man das Buch kaum noch aus der Hand, bis man schließlich beim Ende angelangt ist, das zwar abgeschlossen ist, aber dennoch Spielraum für einen zweiten Band oder eigenen Interpretationen bietet.

Besonders gut gefällt mir, dass in diesem Buch die Hauptdarsteller ganz normale Menschen ohne besondere Begabungen sind. Endlich einmal Helden, in die man sich so richtig hineinversetzen kann. Auch die Liebesgeschichte ist nicht dominierend, aber immer wieder präsent, so dass man richtig aufseufzen kann, aber nicht genervt ist von ständigem Geturtel.

Auch der Schreibstil des Autors, Kai Meyer hat mich sofort in den Bann gezogen. Mit wenigen Worten schafft er es, Szenen lebendig werden zu lassen, ohne alles genau zu beschreiben, so dass noch eine Menge Platz für die eigene Fantasie bleibt, Kopfkino pur eben. Insgesamt ist das Buch in einfacher Sprache geschrieben, ohne störende Fremdwörter oder fremdklingende Namen, die den Lesefluss stören würden.

Durch die Geschichte zieht sich außerdem ein roter Faden, der von Anfang bis zum Ende durch das Buch führt. Jede Handlung, jede Szene ist schlüssig und genau durchdacht, um sich super in die Gesamtgeschichte hineinzufügen und schließlich zu einem sehr passenden Ende führen.



Ein wirklich außergewöhnliches Fantasy-Abenteuer, das durch eine neue und ungewöhnliche Geschichte, wundervolle und vielschichtige Charaktere und einen mitreißenden Schreibstil überzeugt.

Jeder Fantasy-Fan sollte dieses Buch gelesen haben. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Von mir bekommt dieses Buch 5 Punkte von 5. 




Vielen Dank an buchbotschafter und den Carlsen-Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.
 



Kommentare:

  1. Ich möchte Asche und Phönix auch unbedingt haben, und deine Rezension hat meinen Wunsch nur noch mal bestätigt, danke :)

    LG, Ally

    AntwortenLöschen
  2. Tolle Rezi, danke!
    Das Buch ist jetzt auch auf meiner Wunschliste gelandet =)

    Liebe Grüße,
    Jenny

    AntwortenLöschen
  3. Toll geschrieben und ich kann dir nur zustimmen :-)

    Glg
    Steffi

    AntwortenLöschen
  4. Sehr schön geschriebene Rezi!
    Das Buch hört sich klasse an :)

    LG
    Lilly

    AntwortenLöschen
  5. Ich hoffe mal, dass ich bei der Leserunde auf Lovelybooks dabei bin :)
    Muss es jetzt unbedingt haben :3
    Klingt total interessant.
    tolle Rezi ;) Jetzt freu ich mich noch mehr auf das Buch und will es sofort haben *O*

    lg

    Alisia

    AntwortenLöschen
  6. Schön dass dir das Buch so gut gefallen hat! Mich konnte es leider nicht so begeistern wie dich, was aber an meinem persönlichen Geschmack lag, ich finde, man merkt, dass Kai Meyer auf jeden Fall schreiben KANN, mir gefällt nur nicht, über was er schreibt xD

    Gute Rezi! ;*

    AntwortenLöschen