Montag, 21. Januar 2013

Rezension: Escape


Autor(in): Jennifer Rush
Verlag:
Loewe
Seitenzahl:
318 
Preis:  
12,95 Euro
ISBN:  
978-3785575161


Bildquelle und Informationen: *hier*


Das Cover ist sehr unscheinbar, passt meiner Meinung nach aber super zum Inhalt. Der Baum, der darauf abgebildet ist, ist sicher eine Birke, die im Buch eine wichtige Rolle spielt. Und gerade weil das Cover so schlicht ist, hat es mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht.


„Du kannst nicht mehr nach Hause.
Du musstest deinem Vater schwören, nie wieder zurückzukommen.
Alles, woran du bisher geglaubt hast, entpuppt sich als Lüge.
Du weißt weder, wer du bist, noch, wem du trauen kannst.
Du weißt nur eins: Du rennst um dein Leben!

Wer sind die vier jungen Männer, die im Keller von Annas Haus gefangen gehalten werden? Tag für Tag führen Anna und ihr Vater im Auftrag der „Sektion“ medizinische Tests mit ihnen durch. Und Nacht für Nacht schleicht sich Anna in den Keller, um sich heimlich mit Sam, dem Anführer, zu treffen. Denn in ihn ist sie verliebt.
Niemand weiß, warum die vier für diese Versuche ausgewählt wurden. Am wenigsten sie selbst, denn ihre Erinnerung reicht nur exakt fünf Jahre zurück. Als sich für Sam und die anderen die Gelegenheit zur Flucht ergibt, schließt Anna sich ihnen an. Es beginnt eine atemlose Jagd quer durch die Vereinigten Staaten, immer auf der Suche nach der wahren Identität der vier Jungen. Und die einzige Spur, die sie haben, ist ein rätselhaftes Tattoo auf Sams Rücken.

„Escape“ ist der erste Band einer Reihe.“


Anna wohnt gemeinsam mit ihrem Vater auf einer Farm. Dort im Keller befindet sich ein geheimes Labor, in dem vier junge Männer hinter Glaswänden eingesperrt sind. Sie sind Teil eines Projektes der Sektion. Anna und ihr Vater müssen medizinische Tests an den Jungen durchführen und Protokolle über ihre Beobachtungen führen. Seit fünf Jahren befinden sich die jungen Männer bereits auf der Farm und Anna kennt bereits alle Eigenheiten der einzelnen und sieht sie inzwischen als Teil ihrer Familie.

Eines Tages kommen jedoch Mitarbeiter der Sektion um die jungen Männer abzuholen. Doch diese haben andere Pläne und flüchten aus dem Labor. Annas Vater bittet sie, das Mädchen mitzunehmen und so machen sich die fünf auf die Flucht und auf die Suche nach Spuren aus ihrer Vergangenheit. Was ist vor fünf Jahren passiert? Wieso wurden ausgerechnet sie ausgewählt und was hat die Sektion wirklich mit ihnen vor? Wer waren sie in der Vergangenheit und wieso wollen die Sektions­mit­ar­bei­ter sie unbedingt zurückhaben?






Anna gefiel mir sehr gut, obwohl man von ihr anfangs gar nicht viel erfährt, außer, dass sie ihre Mutter verloren hat und mit ihrem Vater in einem Labor wohnt und arbeitet. Sie hat keine Freunde und scheint außer dem Zeichnen auch keine Hobbies zu haben. Ihr ganzes Sein ist einzig und allein auf die Arbeit im Labor und die vier jungen Männer ausgerichtet. In einen von ihnen ist sie sogar verliebt und obwohl sie sich insgeheim schon wünscht, einmal mit ihm zusammen ein normales Leben führen zu können, scheint sie eigentlich doch sehr zufrieden mit ihrem Leben zu sein. Als es dann zur Flucht kommt und sie aus ihrem gewöhnlichen Alltag gerissen wird, gerät plötzlich alles durcheinander und Anna weiß auf einmal nicht mehr, wer sie wirklich ist. Sie erfährt Dinge, die sie aus der Bahn werfen und ihr ganzes bisheriges Dasein in Frage stellen.

Die vier jungen Männer fand ich großartig, da sie alle ihre eigenen Charaktereigenschaften besitzen. Da gibt es Cas, der eine sehr geringe Konzentrationsspanne zu haben und sich eigentlich nur fürs Essen richtig zu interessieren scheint. Trotzdem lockert er durch seine Sprüche die ein oder andere Situation auf und bringt ordentlich Humor in die Geschichte. Dann ist da Trev, der sämtliche Zitate auswendig kann und Bücher geradezu verschlingt. Er hat immer ein offenes Ohr für Anna und weiß um ihre Gefühle. Nick dagegen scheint Anna zu hassen. Er hält sie auf Abstand und macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem Mädchen und reagiert immer wieder sehr aggressiv auf sie. Sam dagegen scheint der ruhigste von ihnen zu sein. Er ist teilweise sehr in sich gekehrt und man weiß nicht wirklich, was er für Anna empfindet. Trotzdem scheinen die anderen drei ihn als ihren Anführer zu sehen. Es macht richtig Spaß, immer wieder neue Informationen über die Jungen zu bekommen und sie so besser kennenzulernen.

Eine tolle Rolle spielt auch Annas Dad. Er scheint mehr über das Projekt zu wissen, als er zugibt und trotzdem hatte ich das Gefühl, als hätte er auch die Jungen schon in sein Herz geschlossen. Besonders wichtig ist ihm aber das Wohl seiner Tochter Anna und dabei spielt er noch eine ganz wichtige Rolle.





Das Buch hat mich ab der ersten Seite gefesselt. Anfangs ist es zwar noch ruhig und man erfährt erst einmal etwas über Anna, ihren Vater und das Labor mit den vier Jungs. Dabei bekommt man als Leser allerding immer nur so viele Informationen, wie Anna sie selber hat, denn das Buch ist aus Sicht der Protagonistin in Ich-Form geschrieben. Obwohl es zu Beginn des Buches vor allem um Annas Gefühle geht, ist es nie langweilig, da man ja schon aufgrund des Klappentextes auf die Flucht der Jungen wartet und zudem immer wieder Fragen und Ungereimtheiten auftauchen, die einen neugierig auf die ganzen Hintergründe machen. 

Sehr schön fand ich, dass man genug Zeit hat, die verschiedenen Charaktereigenschaften der jungen Männer kennenzulernen. Die Protagonisten sind dabei sehr gut beschrieben und ausgearbeitet, bergen aber auch immer wieder Überraschungen, so dass es richtig Spaß macht, die einzelnen Personen näher kennenzulernen und sein Bild, das man sich über manche gemacht hat, doch immer wieder neu zu überdenken.

Danach nimmt das Buch schnell an Fahrt auf, als die fünf gemeinsam fliehen und nach Hinweisen suchen. Ich liebe Bücher, in denen einem nicht sofort alles auf dem Silbertablett serviert wird. So müssen die Protagonisten jeder Spur folgen, Rätsel lösen und immer wieder auch Rückschläge hinnehmen. Es ist richtig spannend gemeinsam mit den fünf Hauptdarstellern den Spuren und Hinweisen zu folgen, denn man bekommt auch nicht mehr Informationen als sie selbst und kann deswegen nur selber mitraten, was die einzelnen Dinge bedeuten könnten. Während sie versuchen ihre Vergangenheit zu entschlüsseln sitzt ihnen ständig die Sektion im Nacken und sie müssen um ihre Sicherheit fürchten. Dadurch kommt es immer wieder zu Spannungshöhepunkten und ich habe teilweise sogar richtig die Luft angehalten, so sehr hab ich mitgefiebert. Irgendwie kommt man bis zum Ende des Buches auch überhaupt nicht zum Verschnaufen und so bin ich einfach durch dieses Buch hindurchgerast.

Für besondere Spannung sorgten zudem einige unvorhersehbare Wendungen, die in regelmäßigen Abständen auf den Leser einprasselten und mich oftmals richtig aus der Bahn geworfen haben. Der Autorin Jennifer Rush, ist es in meinen Augen wirklich sehr gut gelungen, den Leser im Unwissenden zu lassen und ihn dann durch ein paar Offenbarungen richtig zu überraschen. 

Sehr gut gefiel mir auch das Ende, denn es hat nicht einen allzu schlimmen Cliffhanger, lässt aber auf jeden Fall jede Menge Fragen offen und macht deshalb sehr neugierig auf die Fortsetzung.



Dieses Buch hat mich richtig geflashed. Ich war total begeistert und hab es in einem durchgelesen, da ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es hat mich vor allem durch die tiefgründigen und unterschiedlichen Charaktere, die unvorhersehbaren Wendungen, die dauerhafte Spannung und einen tollen Schreibstil überzeugt.

Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner und deswegen für mich ein richtiges Must-read.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.





Vielen Dank an den Loewe Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Kommentare:

  1. Hallo Monika,

    danke für die tolle Rezession! Das Buch ist soeben auf meine Wunschliste gekommen und bin jetzt schon total gespannt:-)

    Liebe Grüße,
    Elli

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  2. Sehr schöne Rezi :)
    Also ich glaub, das Buch wäre nicht so was für mich, aber schön, dass es dir gefallen hat :)

    lg

    Alisia

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  3. Tolle Rezi, meine liebe Moni <33
    Das Buch klingt, als würde es mir gefallen --> ab auf die Wunschliste :)

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  4. Wow eine richtig tolle Rezi!!! Du schreibst immer so wunderbar ausführlich. Ich möchte es unbedingt auch lesen. :D

    Liebe Grüße <3

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  5. Ich muss sagen der Klappentext hatte mich im Laden nicht ganz so beeindruckt, aber wenns nach deiner Rezi geht, klingt es doch ganz gut!
    Ich überlege mir, es doch zu lesen!....

    LG

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  6. Dieses Buch steht auf meiner WuLi.
    Tolle rezi
    Lg Mersii
    http://rotaliedbooks.blogspot.de/

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  7. Ich habe das Buch vor kurzem beendet und eine Rezension auf meinem Blog dazu gepostet. Ich fand es einfach klasse!

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  8. Die Rezension ist zwar schon etwas älter und ich habe das Buch auch vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen, doch dazu muss echt was gesagt werden: Ich fand es, genauso wie du, wahnsinnig toll, weil die Charaktere so vielschichtig waren. Gut, ein zwei Sachen hatte ich mir bereits gedacht, aber es gab dafür gleich vierfach so überraschende Wendungen. Toll. Jetzt muss ich mal gucken, was du zu den Folgebänden sagst. Bin gespannt, ob wir da weiter ähnlicher Meinung sind.
    Herzliche Grüße, Liane

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