Freitag, 23. August 2013

Rezension: Verlieb Dich nie in einen Vargas

Cover 



 Titel: Verlieb dich nie in einen Vargas
 Autor/in: Sarah Ockler
 Seitenzahl: 410
 Preis: 16,99 € (D)
 ISBN: 978-3-570-16272-9
 Bildquelle: http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp
„Jude Hernandez hat eine Menge von ihren Schwestern gelernt, aber die wichtigste Regel lautet: Verlieb dich nie in einen Vargas! Sogar einen Blutseid hat sie darauf geschworen. Jetzt lebt Jude als einzige der Schwestern noch bei ihren Eltern, es ist der letzte Sommer vor dem College. Um ihren kranken Vater aufzuheitern, hat sie einen jungen Mechaniker angeheuert, der das Vintage-Motorrad ihres Vaters reparieren soll. Kann sie etwas dafür, wenn er gut aussieht? Und unerwartet süß ist? Und Emilio Vargas heißt? Schließlich handelt es sich um eine reine Geschäftsbeziehung und von einer Vargas-Flirtattacke lässt sie sich schon mal gar nicht durcheinander bringen. Aber Judes eiserne Abwehr erhält erste Risse. Wird zum dritten Mal ein Vargas das Herz einer Hernandez brechen?“


Judes Vater leidet an Alzheimer und Jude leidet mit ihm. Um ihrem Vater etwas Gutes zu tun, möchte das Mädchen gemeinsam mit ihm sein altes Motorrad reparieren. Doch dafür brauchen sie einen Mechaniker. Und dieser ist ausgerechnet ein Junge aus der Familie der Vargas. Dabei hat Jude doch vor langer Zeit geschworen, sich nie mit einem Vargas einzulassen.

Doch um ihrem Vater eine Freude zu machen, bricht sie gerne den Pakt mit ihren Schwestern und schließlich ist Emilio Vargas ja nur zum Arbeiten da. Aber Jude lässt ihn nicht nur in ihren Schuppen, sondern auch in ihr Leben und bald schon kümmert er sich um mehr, als nur um das Motorrad und es wird für Jude immer schwieriger sich an ein Versprechen zu halten, das sie vor so langer Zeit gegeben hat.
Als ich den Klappentext gelesen habe, hab ich eine locker leichte Liebesgeschichte erwartet, doch dieses Buch ist soviel mehr.

Zum einen geht es um die Krankheit von Judes Vater. Genau genommen nimmt dieses Thema von Anfang an den Hauptteil in diesem Buch ein. Jude kümmert sich im Sommer um ihren Vater, was gar keine leichte Aufgabe ist, denn die Gedächtnislücken aufgrund des Alzheimers werden immer schlimmer. Doch Jude liebt ihren Vater wirklich sehr und hat immer noch die Hoffnung, die Krankheit, die sie nur „el Demonio“, den Dämon nennt aufhalten zu können. Deshalb startet sie auch das Projekt mit dem Motorrad. Es ist sehr ergreifend zu lesen, wie Jude um jede Erinnerung ihres Vaters kämpft, wie die Familie immer mehr gemieden und bemitleidet wird, wie die Leute auf die „Aussetzer“ reagieren und was es bedeutet Alzheimer zu haben. Dieses Thema hat mich wirklich tief berührt und aufgewühlt. Ich hab mit Jude gemeinsam gelitten und gekämpft und dieser Kampf hat mich echt zu Tränen gerührt hat.

Zum anderen geht es in dem Buch aber auch um Selbstfindung. Jude ist die jüngste von vier Mädchen in der Familie, noch dazu ein Nachzügler. Sie trägt die Klamotten ihrer Schwestern, bekommt von ihnen gesagt, was sie tun und lassen soll und wurde von ihnen zu dem Schwur überredet. Noch nie hat sie sich gegen sie aufgelehnt, noch nie widersprochen …. Doch jetzt, wo es um ihren Vater und das Motorrad geht, ist sie zum ersten Mal bereit ihren Schwestern die Stirn zu bieten und darüber hinaus schafft sie nicht nur einmalige Momente für ihren Vater, sondern findet schließlich auch zu sich selbst und erkennt, was sie wirklich will.

Eher eine untergeordnete, aber doch schöne Rolle spielt die Liebesgeschichte in diesem Buch. Ich hab mich wirklich sehr gefreut, dass in „Verlieb dich nie in einen Vargas“ alles etwas langsamer geht. Sie fallen sich nicht gleich in ewiger Liebe in die Arme. Es gibt ständig etwas, das zwischen ihnen steht:  Jude findet Emilio zwar nett, aber aufgrund ihres Schwurs lässt sie gar nicht zu, dass sich da groß etwas entwickelt und wehrt sich lange gegen die Annährungsversuche des jungen Mannes. Und auch Emilio bringt seine eigene Geschichte mit, die es wirklich in sich hat und den Leser sehr berührt. Gegen diese Liebe spricht so vieles und bis zum Ende weiß der Leser nicht wirklich, ob in diesem Buch die Liebe alle Grenzen überwinden kann, oder nicht … .

Dieses Buch bietet so viel mehr, als es auf den ersten Blick erscheint. Sarah Ockler hat es wirklich geschafft, mich mit diesem Buch zu berühren, zum lächeln zu bringen und zu Tränen zu rühren. Eine wunderschöne Geschichte über Selbstfindung, Krankheit, Familienzusammenhalt, Freundschaft und Liebe. Dieses Buch ist es wirklich wert gelesen zu werden.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp


Kommentare:

  1. Ist direkt auf meine Wu-Li gehüpft *g*
    Dachte auch erst das es nur so en Kitschroman ist, aber wenn das so ist ;-)

    Liebe Grüße
    Janina

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  2. Das Buch möchte ich auch noch auf jeden Fall lesen, ich liebe ja Jugendbücher ohne Fantasy Elemente *-*

    Tolle Rezension, Moni! <3

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  3. Das kann ich so nur unterschreiben :-) Ein wirklich schönes, aber auch richtig trauriges Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat.

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  4. Hey, hey...

    Eine echt tolle Rezi, dass man sofort auch das Buch lesen möchte. Und somit steht es nun auf meiner Wunschliste!

    Liebe Grüße,
    Shelly

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  5. Ach das Buch klingt irgendwie schön .. ich glaube das brauche ich auch .. ganz dringend eine schöne Liebesgeschichte. Herje wie lange ich keinen Krimi/Thriller mehr gelesen habe.. ach ja ^^

    Tolle Rezension, hast mir richtig schmack gemacht :D

    Liebst Lotta

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