Sonntag, 18. Mai 2014

[Rezension] Kobrin - Die schwarzen Türme

Cover 




 Titel: Kobrin - Die schwarzen Türme
 Autor/in: Caroline G. Brinkmann
 Verlag: Papierverzierer
 Seitenzahl: 426
 Preis: 14,95 € (D)
 ISBN: 978-3-944544-55-7
 Bildquelle: www.papierverzierer.de







"Kobrin hat keinen Zugang zur Magie, wie andere Elfen in ihrem Alter, denn sie kann sie weder sehen noch lenken. Als ihre Heimat Argorn, das friedliche Lichtbaumreich, von einem unbekannten Feind angegriffen wird, muss ausgerechnet sie den Gegenstand behüten, der ihre Welt retten soll. Zur gleichen Zeit infiltriert der Mensch Daidalor das Heer des Feindes. Seine Mission führt ihn nach Argorn, wo die Schatten unheilvolle Türme errichten und mit dunkler Magie experimentieren. Um sie aufzuhalten, muss er mehr als nur sein Leben riskieren."
(Quelle: http://www.papierverzierer.de/kobrin---die-schwarzen-tuerme.html)

Kobrin hat es nicht leicht: Ohne Eltern und ohne Magie, wächst sie bei ihrer Tante Mandalena auf und wird von den anderen Elfen gehänselt, weil sie immer noch „blind“ ist, die Magie also weder sehen, noch nutzen kann. Doch eines Tages landet sie bei einer Kräuterhexe, die ihr eine besondere Gabe voraussagt und ihr ein seltsames Säckchen gibt, das sie dem Auserwählten bringen soll, damit er ihre Welt von den Schatten befreien kann.

Kobrin hält das anfangs für einen schlechten Scherz, doch dann überfallen die Schatten gemeinsam mit den Tiranen ihr Dorf und die junge Elfe muss fliehen, um das Säckchen vor ihnen zu verbergen. Doch wie soll sie den Auserwählten finden, wenn sie so keine Ahnung hat, wo sie mit der Suche beginnen soll?

Daidalor hat sich inzwischen verwandelt und sich unter die Tiranen gemischt. Er will für den Rat Informationen beschaffen, um gegen die Schatten und ihre Soldaten vorgehen zu können. Doch der Preis für seine Verkleidung und seine Spionagedienste ist hoch und bald muss er gegen mehr, als nur die Schatten kämpfen … .
Das Buch beginnt vorerst sehr ruhig, in dem man Kobrin, ihre Verwandten und ihr Dorf kennenlernt. Durch die vielen schönen Beschreibungen, die einfach so in die Geschichte einfließen, entstand bei mir ein richtiges Bild der Umgebung, in der die Geschichte spielt. Ich fand es sehr schön, von Immerblau zu lesen und die Landschaftsbeschreibungen und die einzelnen magischen Wesen gefielen mir sofort sehr gut. Die Autorin Caroline G. Brinkmann hat ihre Figuren mit sehr viel Liebe entworfen und ihnen Leben eingehaucht.

Auch Kobrin fand ich am Anfang sehr gelungen. Ich hatte richtig Mitleid mit ihr: Alle konnten Magie einsetzen, nur sie nicht. Als sie dann auch noch dafür gehänselt wird, war ich voll und ganz auf ihrer Seite. Doch natürlich wurde ich auch neugierig, als ihr die Kräuterhexe eine besondere Gabe prophezeite. Leider muss ich sagen, dass diese besondere Gabe sehr, sehr lange auf sich warten lässt und Kobrin sich alles andere als heldenhaft zeigte. Je länger ich las, desto nerviger fand ich die Protagonistin, die sich immer mit Absicht für den falschen Weg zu entscheiden schien, was ich sehr schade fand, da sie so meine ganze Sympathie verlor. Auch ihre besondere Gabe fand ich mehr als langweilig. Vielleicht erkennt man das Besondere ja erst in den Folgebänden, aber in diesem 1. Teil konnte ich damit leider wenig anfangen.

Sehr schön fand ich, dass die Geschichte abwechselnd aus Kobrins und Daidalors Sicht erzählt wird. Damit erfährt man gleich noch mehr über die Schatten und ihre Soldaten, die Tiranen. Diese Informationen hätte man sicher nicht bekommen, ginge es in dem Buch nur um Kobrin. Doch so erhält man ein paar wichtige Hintergrundinformationen, die einem helfen, die Geschichte besser zu verstehen.

Leider muss ich sagen, dass die anfängliche Spannung, die sich durch die Kämpfe der Tiranen gegen die Dorfbewohner, durch das Auftauchen der Schatten und durch Kobrins Aufgabe, den Auserwählten zu finden, schnell verfliegt. Irgendwann scheint sich die Geschichte nur noch im Kreis zu drehen. Kobrin bekommt nichts auf die Reihe und es werden immer mehr Fragen aufgeworfen, ohne, dass auch nur eine davon beantwortet wird. Es tauchen immer mehr Wesen im Buch auf, die oft nur eine Nebenrolle spielen oder deren Wert für die Geschichte gar nicht zu erkennen sind, ohne, dass sich die Story irgendwie fortbewegt. 

Am Ende war ich sehr enttäuscht, dass Kobrin keine ihrer Aufgaben erfüllen konnte und man als Leser eigentlich wieder da angekommen ist, wo man am Anfang auch schon war: Man hat keine Ahnung, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. 

Ein toller Epilog am Ende versucht zwar, den Leser neugierig auf die Fortsetzung zu machen und ihn bei der Stange zu halten, doch anscheinend braucht man viel Geduld für diese Trilogie, damit man am Ende vielleicht doch noch Antworten auf all die Fragen bekommt.

Dieses Buch lebt sicher von seinen tollen Landschaftsbeschreibungen und all der magischen Wesen, die die Autorin Caroline G. Brinkmann mit viel Liebe entworfen hat. Die anfängliche Sympathie für die Protagonistin und die Spannung, die anfangs kaum auszuhalten ist, verfliegen leider sehr schnell und die Geschichte scheint sich danach kaum weiterzuentwickeln, sondern eher im Kreis zu drehen. Hier hat die Autorin in meinen Augen leider sehr viel Potenzial verschenkt, das sie hoffentlich in der Fortsetzung voll ausschöpfen wird.


Von mir bekommt das Buch 3 Punkte von 5.

http://www.papierverzierer.de/


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