Montag, 17. November 2014

[Rezension] Die Wächter der Nimmersterne

Cover 




 Titel: Die Wächter der Nimmersterne - Donner
 Autor/in: André Aeskinger
 Seitenzahl: 397
 Preis eBook: 2,99 € (D)
 ASIN: B00LLCCAPO

 Bildquelle: http://fabelhafterblog.wordpress.com/bucher/



„In einer Welt, in der die “Artefakte” den Menschen atemberaubende Fähigkeiten verleihen, sucht ein gesichtsloser Schrecken Starfall heim. Die Zukunft des Inselkönigreichs ruht auf den Schultern des ungleichen Duos Anthony und Vivienne, denen – unschuldig wegen Mordes gejagt – keine andere Wahl bleibt, als einander zu vertrauen, wollen sie überleben und den Dämonen ihrer Vergangenheit die Stirn bieten.
Dabei kommen sie nicht nur der unglaublichen Wahrheit über die Natur der Artefakte näher, sondern auch einander…“


Anthony ist Pirat und verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Artefakte auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Während er gerade versucht, weitere Artefakte zu erwerben, wird das Königreich in dem er lebt, von einem unbekannten Gegner angegriffen. Ein Gegner, der es scheinbar ebenfalls auf die Artefakte abgesehen hat. Dabei lernt er die Mechanikerin Vivienne kennen, die wie er, in diese unglücklichen Verstrickungen hineingezogen wird.

Als sie beide des Mordes beschuldigt werden, gibt es nur noch eine Möglichkeit: Sie müssen zusammenarbeiten, um ihre Unschuld zu beweisen. 

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Antworten und kommen sich dabei immer näher. Doch je mehr sie dem Geheimnis der Artefakte auf die Spur kommen, desto näher kommen sie auch ihrem Gegner und damit einer unglaublichen Wahrheit … eine Wahrheit, die die Dämonen ihrer Vergangenheit heraufbeschwört und die ihr Leben für immer verändern wird … .
Der Klappentext hatte mich sofort überzeugt: Artefakte, die seinen Besitzern besondere Fähigkeiten verleihen? Das klang richtig spannend und so stürzte ich mich in dieses Steampunk-Abenteuer und lernte sofort Anthony kennen und erfuhr, dass er vergiftet wurde und bald sterben wird. Dadurch kam sofort ziemlich viel Spannung auf. Wer hat Anthony vergiftet und wieso? Doch bevor man darauf Antworten erhält, findet man sich mit dem Pirat in einer Partie Atalho wieder, einem Spiel, bei dem man Artefakte gewinnen kann.

Jetzt erfährt man auch etwas über diese Artefakte und wie sich die Welt von Anthony und Vivienne gestaltet. Typisch für das Steampunk-Genre werden hier moderne Technologien mit Merkmalen des viktorianischen Zeitalters verknüpft. Doch während ich diese Verknüpfung eigentlich sehr gerne mag, kam ich bei „Die Wächter der Nimmersterne“ doch an meine Grenzen. Es gab sehr viele neue Begriffe zu lernen und viele technische Details, zu verstehen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht immer verstand, wie alles zusammenhängt und funktioniert. Doch das hielt mich nicht davon ab, in die Ereignisse rund um Anthony und Vivienne einzutauchen.

Gemeinsam mit den beiden Protagonisten machte ich mich auf die Suche nach Antworten und lernte die beiden immer besser kennen. Während die Handlungen von Anthony für mich, nachdem ich von seiner Vergangenheit erfuhr, sehr nachvollziehbar waren, konnte mich Vivienne jedoch nicht ganz überzeugen. Kennenlernen tut man sie als taffe und wortgewandte Frau, die gerne mal den ein oder anderen Kinnhaken austeilt. Wird sie jedoch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, wird sie zur kleinen willenlosen Marionette. Diese Wandlung konnte ich, trotz eingestreuter Erklärungen, so gar nicht nachvollziehen und ist bei mir deswegen eher auf Unverständnis gestoßen.

Sehr gut gefiel mir dagegen die Liebesgeschichte. Der Klappentext verrät ja schon, dass sich die Protagonisten näherkommen, doch anfangs fliegen zwischen den beiden ordentlich die Fetzen und es gab viele Situationen, bei denen ich richtig schmunzeln musste. Ich finde es ja immer schöner, wenn die Protagonisten nicht sofort in Liebe zueinander entbrennen, sondern sich erst einmal kennen- und dann lieben lernen.

Im Laufe der Geschichte erhält man auch immer mehr Informationen rund um die Artefakte und was es mit ihnen auf sich hat und versucht so gemeinsam mit den Protagonisten die Puzzleteile zusammenzusetzen. Doch das wollte mir ehrlich gesagt nicht so recht gelingen. Dafür ist das große Ganze einfach zu komplex und unvorhersehbar und obwohl der Autor am Ende alles auflöst und dem Leser die benötigten Erklärungen präsentiert, hatte ich doch so meine Schwierigkeiten, mir alles genau vorzustellen. 

Doch während ich mit den technischen Details kämpfte, nahm mich der Schreibstil gefangen. Man erlebt die Geschichte aus Anthonys und aus Vivennes Perspektive, lernt deren Gegner kennen und bleibt doch immer stummer Beobachter, da die jeweiligen Sichten immer in der 3. Person geschrieben sind. Es gefiel mir sehr gut, die Geschichte immer wieder aus anderen Blickwinkeln beleuchten zu können und so einen Gesamtblick über die ganzen Geschehnisse zu bekommen. Das machte die Geschichte für mich schön rund und erleichterte es mir, die ein oder andere Szene besser zu verstehen.
Insgesamt gefiel mir die Geschichte rund um Anthony, Vivienne und die Artefakte sehr gut. Die Protagonisten waren gut ausgearbeitet und tiefgründig und während mich Vivienne leider ab und zu etwas nervte, fand ich Anthony umso liebenswerter. Der Schreibstil war flüssig und mitreißend, doch die vielen technischen Details und neuen Wörter, machten es mir etwas schwer mich voll und ganz in die Geschichte fallen zu lassen. Auch das große Ganze, des Rätsels Lösung ist insgesamt sehr komplex und teilweise so unvorstellbar, dass man selber nicht hinter die Geheimnisse kommt, am Ende aber so viele Antworten erhält, dass man das Buch doch befriedigt zuschlagen kann.

Wer Steampunk mag und nichts gegen einen sehr komplexen Weltentwurf hat, sollte sich dieses Abenteuer auf keinen Fall entgehen lassen.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Punkte von 5.
Blog von André Aeskinger: http://fabelhafterblog.wordpress.com/


Kommentare:

  1. Ich bedanke mir noch einmal auf diesem Weg bei dir, liebe Monika! :) Es freut mich sehr, dass du dir mein Buch noch einmal vorgenommen hast! Ganz viele liebe Grüße! *wink* =)

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  2. Danke für deine Rezension! Das Buch klingt sehr spannend! :)
    Liebe Grüße, Melli

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