Sonntag, 22. Februar 2015

[Rezension] 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

Cover 


 
 Titel: 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte
 Autor/in: Karolin Kolbe
 Verlag: Thienemann-Esslinger / Planet Girl
 Seitenzahl: 185
 Preis: 9,99 € (D)
 ISBN: 978-3-522-50452-2

 Bildquelle: http://www.thienemann-esslinger.de/planet-girl/

"Jetzt hat sich Line entschieden – morgen ist der Tag, an dem sie verschwinden wird! Raus aus ihrem alten Leben, weg von den Problemen mit ihrem Vater! Noch einen letzten Brief verfasst sie und versteckt ihn am Flussufer. Dass dieser Brief gefunden wird, daran hätte Line niemals geglaubt. Doch der Finder schreibt ihr zurück, berührt von ihren Worten. Es entwickelt sich eine zarte Brieffreundschaft – und nie hätte Line gedacht, wer sich hinter diesen gefühlvollen Zeilen verbirgt ..."
(Quelle: http://www.thienemann-esslinger.de/planet-girl/buecher/buchdetailseite/17-briefe-oder-der-tag-an-dem-ich-verschwinden-wollte-isbn-978-3-522-50452-2/)



Line hält es mit ihrem tyrannischen Vater nicht mehr aus und beschließt zu verschwinden. Doch bevor sie davonläuft, will sie noch einen letzten Brief hinterlassen, in dem alle ihre Gefühle niedergeschrieben sind. Niemals hätte sie damit gerechnet, dass ihr Brief noch vor ihrem Verschwinden gefunden und sogar beantwortet wird.

Von da an entwickelt sich eine Art Brieffreundschaft zwischen Line und dem Unbekannten. Die Briefe bringen sowohl Line, als auch den Brieffreund dazu über ihr jeweiliges Leben nachzudenken, sich damit auseinander zu setzen und schließlich muss Line erkennen, dass in ihr doch mehr steckt, als sie je für möglich gehalten hat. Doch was ist, wenn sie erfährt, wer sich wirklich hinter den Briefen verbirgt … .


Dieses Buch beginnt aus Lines Sicht, die gerade beschlossen hat aus ihrem Leben zu verschwinden. Man erfährt, wie sie unter ihrem tyrannischen Vater und ihrer Mutter, die alles duldet leidet und dass sie sich am liebsten einfach in Luft auflösen würde. Sofort hatte Line mich für sich eingenommen und ich empfand tiefes Mitleid mit ihr.

Doch dann springt das Buch erst einmal zum Finder ihres Briefes und man merkt schnell, dass auch er seine eigenen Probleme hat und trotzdem ebenfalls zutiefst betroffen von den wenigen Zeilen ist, die Line an einem Bach versteckt hat. Er fragt sich, was wohl hinter diesen Worten steckt, wieso der Schreiber so verzweifelt ist und am liebsten einfach verschwinden will.

Von da an erlebt man die Geschichte in einem Kapitel aus Lines Sicht, die jeweils in der Ich-Form geschrieben ist, und im nächsten Kapitel dann aus Sicht ihres Brieffreundes, die in der 3. Person erzählt wird. Ich fand es richtig toll beide Perspektiven lesen und so noch besser in die Leben der Protagonisten eintauchen zu können. Dabei werden verschiedene Probleme, wie z.B. Magersucht, Mobbing, Gewalt und Zwangsstörungen, aufgegriffen und von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Ich fand es sehr schön, dass die Autorin Karolin Kolbe diese Themen aufgreift und z.B. auch einmal die Sichtweise von Angehörigen miteinbaut. So wird deutlich, dass nicht nur die Betroffenen selbst z.B. unter der Magersucht leiden, sondern auch die anderen Familienmitglieder. Gleichzeitig zeigt sie verschiedene Hilfsangebote auf und ermutigt die Protagonisten und damit auch die Leser dazu, diese wahrzunehmen. 

Die Briefe die sich die beiden Protagonisten dabei schreiben sind sehr berührend, regen zum Nachdenken an und führen dazu, dass Line und ihr Brieffreund eine deutlich sichtbare und spürbare Entwicklung durchmachen, die zwar etwas zu schnell geht, aber trotzdem sehr bewegt und dem (jugendlichen) Leser Mut macht, seine eigenen Probleme in die Hand zu nehmen.

Das Buch endet schließlich sehr offen, was mich anfangs etwas enttäuschte, im Grunde aber sehr gut zur Geschichte passt und genug Raum für eigene Gedanken und Gefühle lässt.


Meiner Meinung nach hätte dieses Buch gerne ein paar Seiten und damit etwas Tiefgang mehr haben können, doch es zeigt sehr schön auf, mit welchen Problemen Teenager heutzutage zu kämpfen haben können und welche Hilfsangebote es dafür gibt. Die Protagonisten machen eine tolle Entwicklung durch und ermutigen so, die jungen Leser dazu, die eigenen Probleme in die Hand zu nehmen und sich Hilfe zu holen.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.
http://www.thienemann-esslinger.de/planet-girl/

http://www.katzemitbuch.de/

Kommentare:

  1. Hallöchen :)
    Ich habe schon eine Weile mit dem Buch geliebäugelt, aber ich glaube irgendwie nicht, dass es was für mich ist. Ich finde es immer besonders wichtig, dass die Bücher Tiefgang haben und das auch etwas bei mir auslöst. Ich mag so hingeplännkelte Bücher nicht so. Ich finde auch, bzw. gerade Jugendbücher müssen Tiefgang haben, damit sie im Kopf bleiben und man darüber nachdenkt.

    Liebst, Lotta

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  2. Mir hat das Buch leider nicht so gut gefallen :/
    Liebste Grüße <3

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  3. Von dem Buch habe ich noch gar nichts gehört, aber es klingt wirklich interessant. :)
    Schöne Rezension und danke für den Tipp! Es kommt auf meine Wunschliste <3

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  4. Ich habe das Buch vor kurzem gelassen und fand es sehr toll ich hoffe es gibt noch einen weiteren teil viele Grüße L.D.

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  5. Ich habe eigentlich nach einem Postbüro gegoogelt und weiss nicht genau, wie ich hierher gekommen bin. Da ich aber selbst sehr gerne Bücher lese, hört sich dieses Buch sehr gut an. Danke für die Vorstellung. Ich werde es mir definitiv kaufen =)

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