Samstag, 26. März 2016

[Interview] Sara Brandt

Bildquelle und Infos: *HIER*
Zum heutigen indiebookday hat sich Tanja Rörsch von mainwunder eine tolle Aktion ausgedacht: Auf vielen Blogs und Facebookseiten werden Euch Selfpublisher und Indie-Autoren vorgestellt. Da ich diese immer gerne unterstütze, mach ich natürlich gerne bei dieser Aktion mit und durfte hierfür ein Interview mit der Autorin Sara Brandt führen.
















Worum geht es in Deinem Buch?
Es geht um die Kraft der Liebe in einer Welt, wo Engel und Dämonen gegeneinander Krieg führen. Um die Frage, was Sam und Lizzie bereit sind, für diese Liebe zu tun- und was für Veränderungen das bewirken kann. 
Engel und Dämonen – also eine typische Gut-gegen-Böse Geschichte?
In “Schattenengel” sind die Verhältnisse und die Personen nicht so, wie man sie erwartet. Auf den ersten Blick erscheinen die Seiten recht klar. Doch je weiter man liest, desto mehr wird genau das in Frage gestellt. Sind die Engel gut oder böse? Welche Pläne verfolgt Azrael? Was hat es mit Lizzies Albträumen auf sich? Alles ist Teil eines größeren Ganzen, das erst am Ende völlig klar wird.  
Wie sieht es mit einer Lovestory im Buch aus? Verbotene Liebe oder Dreiecksgeschichte?
Wenn, dann könnte man eher von “verbotener Liebe” sprechen. Schließlich hat Azrael ein Gesetz erlassen, nach dem sich Engel und Dämonen nicht mit Menschen einlassen dürfen. 
Aber Sam und Lizzie  sind nicht die einzigen, die sich voneinander angezogen fühlen. Es entwickeln sich romantische Interessen, die man nicht unbedingt erwartet hätte. Liebe ist ein wichtiger Faktor in meiner Geschichte. Immerhin dreht sich alles um die Frage, wen oder was Liebe ändern kann. Wie viel man bereit ist, für diese Liebe zu tun.
Eine Dreiecksgeschichte habe ich bewusst vermieden. Sam sagt an einer Stelle: “Lizzie war es schon immer.” Mir war es wichtig, genau das auch hervorzuheben. Es gab keine Wahl, keine plötzliche Liebe auf den ersten Blick. Sondern eine starke Liebe, die sich entwickelt und bereit ist, alles Hindernisse zu überwinden.
Was ist das Besondere an Deinem Buch? Wieso sollte man ausgerechnet das lesen?
Hoffentlich, weil die Geschichte interessant ist ;)
Ich denke, dass sich “Schattenengel” von anderen Büchern durch die einzigartigen Charaktere abhebt. Sie treffen ihre eigenen Entscheidungen, die jeder von uns nachvollziehen kann- denn jeder hat schon einmal geliebt. Und das eingebettet in einer Geschichte, wo die normalen Verhältnisse von Engeln und Dämonen in Frage gestellt werden.
Beschreibe Dein Buch in 3 Worten …
Kompromisslose Liebe. 







Seit wann schreibst Du schon und wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Die ersten Geschichten habe ich schon in der Grundschule geschrieben. Als Kind (und auch heute noch) hatte ich eine rege Fantasie. Sie half mir, meinem tristen Alltag zu entfliehen und Welten zu besuchen, in denen die wichtigen Werte regierten.
Kurz vor meinem Abitur habe ich dann meinen ersten “Wälzer” geschrieben, einfach just for fun. Man könnte es als den Ursprung von “Schattenengel” bezeichnen, obwohl es eine völlig andere Geschichte ist. Aber es war toll, einmal eine große, zusammenhängende Geschichte zu schreiben.
Ist „Schattenengel“ Dein erstes Buch? Wie lange hast Du dafür gebraucht?
Es ist mein erstes Buch, das wirklich veröffentlicht wurde, ja. Die Idee dazu existierte schon sehr lange, ich habe auch immer mal wieder Szenen und Co. geschrieben. Bin bestimmte Punkte immer wieder durchgegangen.
Das Konzept stand jedoch erst im September 2015 fest, und im Oktober habe ich angefangen, zu schreiben. Fertig war es schon nach wenigen Wochen, Ende November. Allerdings hatte ich im September auch viel Zeit dafür, denn im August hatte ich einen schweren Fahrradunfall, der mich einen Monat zur Ruhe verdammte.
Nach Dezember habe ich dann mit der Korrektur angefangen, Buch I war Anfang März komplett fertig. Die Überarbeitung hat deswegen sehr lange gedauert, weil ich viele kleine Details noch unterbringen wollte/musste, damit die Trilogie am Ende auch Sinn ergibt. Aber es macht auch viel Spaß ;) 
Wie baust Du das Schreiben in Deinen Alltag ein?
Meist nutze ich auf der Arbeit und in der Schule die Pausen, um schnell was zu notieren oder zu verbessern. Glücklicherweise habe ich mit Julian auch einen Partner gefunden, der das “erträgt”. So kann ich abends auch vor dem Fernseher schreiben. Bei ganz neuen Szenen habe ich allerdings gerne meine Ruhe und ziehe mich dann für kurze Zeit zurück.
Wie kommst Du zu Deinen Ideen?
Ich lasse mich sehr viel von Musik inspirieren. Jeder kennt Ohrwürmer, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, bestimmte Zeilen, die einfach hängen bleiben. Vieles davon habe ich zu “Schattenengel” zusammengesetzt.
Aber auch Bilder sind eine super Quelle, gerade Pinterest hat mir gute Dienste geleistet. Oder ich sehe etwas in einem Film und spinne meine Gedanken einfach weiter. Wenn man sich erst einmal darauf einlässt, kann man sich vor Ideen gar nicht mehr retten!
Was können wir von Dir noch erwarten? Gibt es schon neue Projekte?
Jein. Erst einmal werde ich in der Welt von “Schattenengel” bleiben. Das Potential habe ich noch nicht voll ausgeschöpft ;) Band II und III kommen dieses Jahr noch, einmal am 19. Juni und einmal am 31. Oktober.  Dann sind Kurzgeschichten über einzelne Charaktere geplant, vielleicht auch noch ein Buch mit Hintergrundinfos. Auch die Idee für einen Nachfolger steht schon, so etwas wie Band IV, könnte man sagen. Aber mehr als eine grobe Idee habe ich dafür noch nicht entwickelt.
Ideen für andere Bücher im Bereich Fantasy habe ich noch im Kopf, aber erst einmal werde ich “Schattenengel” fertig stellen und sehen, wie die Resonanz ist. Bisher kann ich mich nicht beschweren. So oder so wird es nicht langweilig und still um mich werden ;)
Ansonsten spiele ich mit dem Gedanken an einen Schreibratgeber und einem Zeitmanagement- Buch. 
Warum hast du dich fürs Self-Publishing entschieden?
Durch meine Entscheidung, Self-Publisherin zu werden, habe ich so unglaublich viele neue Kontakte und Erfahrungen sammeln können. Mit einem Verlag wäre das nicht derartig möglich gewesen, da wäre ich nur eine Autorin unter vielen geworden. So aber bin ich selbst dafür verantwortlich. Nicht nur dafür, dass meine Geschichte so gut ist, wie ich es verspreche. Sondern auch für die Vermarktung, die Werbung, den Kontakt mit meinen Lesern. Gerade das ist mir sehr wichtig. Wenn ein Autor nicht für seine Leser schreibt, wofür dann? Sie sind der Grund, dass es Geschichten wie “Schattenengel” gibt. Und sie entscheiden darüber, ob es ein gutes Buch ist oder nicht.  
Verlage hatte ich auch angeschrieben, bisher kam allerdings nur eine Antwort zurück. Gerade in Band I steckt unglaublich viel Liebe und Zeit, die Geschichte ist voller kleiner Details und weiterer Geschichten. Ich bin davon überzeugt, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe. Warum soll ich dann Monate (!) damit verbringen, es Verlagen schmackhaft zu machen, die dann höchstwahrscheinlich auch noch eine Ablehnung schicken? Durch Amazon habe ich die Möglichkeit, etwa auch Kurzgeschichten zu veröffentlichen, meinem eigenem Rhythmus zu folgen. Ich bin selbst für mich und den Erfolg von “Schattenengel” verantwortlich. Das ist zwar harte Arbeit (den Zeitaufwand darf man wirklich nicht unterschätzen), aber es macht auch unglaublich viel Spaß.







Liest Du selbst gerne? Wenn ja, welches Genre?
Klar lese ich gerne! Zur Zeit komme ich nur nicht mehr dazu, selber so viel zu lesen. Doch wenn, sind es gerade mehr Sachbücher über Start ups und Digitale Nomaden.
Ansonsten findet man mich im Fantasy- Bereich, in der romantischen Literatur und auch bei vielen Klassikern. “Jane Eyre” etwa ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, oder “Alice im Wunderland”. ;) Aber ich lese auch immer wieder gerne “Twilight” oder “Harry Potter”. Für Fantasy-Freunde kann ich “Weltengänger” von Lukianenko sehr empfehlen, oder “Der Name des Windes”. Es gibt einfach sehr viele, sehr schöne Bücher.  
 Was hast Du sonst noch für Hobbies oder Leidenschaften?
Es macht mir sehr viel Spaß, Dinge selber zu machen oder einen Weg zu suchen, etwas zu optimieren. Gerade wegen dem “selber machen” habe ich mich letztlich auch für das Self-Publishing entschieden.
Ich habe immer was zu tun und kann selten still sitzen. Wenn ich mit Julian zusammen neue Folgen unserer Lieblingsserie schaue, stricke oder häkele ich (gerade ist es eine gigantische Decke fürs Schlafzimmer), suche im Internet nach Inspiration, kümmere mich um meinen eigenen Blog...es gibt sehr viele Projekte, die in meinem Kopf herum schwirren. Meistens fehlt mir nur die Zeit, allen gerecht zu werden.
Wie sieht ein typischer Alltag in Deinem Leben aus?
Langweilig ;) Morgens um sechs klingelt der Wecker. Dann müssen erst einmal unsere beiden Katzen versorgt werden, die jeden Morgen am verhungern sind. Anschließend trinke ich Tee und werde langsam wach. Gegen acht Uhr geht es in die Kanzlei, wo ich bis abends arbeite. In der Pause schreibe ich meistens an meiner Geschichte oder arbeite Punkte meiner To do- Liste ab. Dann geht es abends nach Hause zu Julian, wir essen zusammen und schauen uns einen Film oder eine Folge unserer Serie an. Dann arbeite ich weiter, sei es an “Schattenengel”, meinem Blog oder anderen Dingen. Zwischendurch raffe ich mich (selten) zum Sport auf oder kümmere mich um die furchtbar vernachlässigten Kater, die meine Aufmerksamkeit einfordern.
Wo siehst Du Dich in 5 Jahren, was möchtest Du bist dahin erlebt haben?
In fünf Jahren möchte ich meine eigene Familie zusammen mit Julian gegründet haben. Unsere Hochzeit steht in knapp 2 Jahren an ;)
Außerdem möchte ich dann einen, maximal zwei Jobs haben, die ich gerne mache und von denen ich leben kann. Richtig schön wäre es, wenn ich durch das Schreiben etwas dazu beitragen könnte. Mein Traum wäre es, dass ich von meinen Büchern leben kann, und dass die Geschichte von Lizzie und Sam auf Interesse stößt. Natürlich sind da auch größenwahnsinnige Träume mit bei. Ich denke, jeder Autor hat die Hoffnung, in Rowlings oder Meyers Fußstapfen zu treten. ;)  







Traut euch was! Sei es, eine eigene Geschichte zu schreiben, einen Autor anzuschreiben, einen Blog zu starten...macht euch weniger Gedanken um das, was passieren könnte, sondern geht die Dinge an. Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt, der ungeahnte Kräfte freisetzen kann. Von jemanden, der einfach nur abends “mal geschrieben” hat, bin ich nun zu jemanden geworden, der sich “Autor” nennen darf und bereits die ersten Feedbacks von Lesern bekommen hat. Einfach dadurch, dass ich mich zum Self-Publishing entschieden habe.
Also: Nur Mut!

Und wer jetzt mehr über Sara Brandt und ihr Buch "Schattenengel" wissen möchte, sollte hier vorbeischauen: http://whyindie.de/
 Liebe Sara, vielen lieben Dank für das nette Interview :)

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