Dienstag, 29. März 2016

[Rezension] All die schönen Dinge

Cover 



 Titel: All die schönen Dinge
 Autor/in: Ruth Olshan
 Verlag: Oetinger
 Seitenzahl: 285
 Preis: 14,99 € (D)
 ISBN: 978-3-7891-0371-1

 Bildquelle: www.oetinger.de






"Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Es hat sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie."
(Quelle: http://www.oetinger.de/nc/schnellsuche/titelsuche/details/titel/1203711/22028/36147/Autor/Ruth/Olshan/All_die_sch%F6nen_Dinge.html)

Der Tod ist Tammies ständiger Begleiter, da sie nicht weiß, ob sie morgen nicht vielleicht schon stirbt. Die 16-Jährige hat ein Aneurysma in ihrem Kopf, das jeder Zeit platzen und ihrem Leben ein Ende setzen könnte. Deswegen ist Tammie auch auf der Suche nach dem richtigen Spruch für ihren Grabstein und besucht dafür täglich den Friedhof.

Als sie dort eines Tages Fynn kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, beginnen andere Dinge in ihrem Leben an Gewicht zu gewinnen. Plötzlich denkt sie viel mehr über ihre Klamotten nach und auch übers Küssen und über Sex. Doch gerade, als Tammie sich für das Leben öffnet und beginnt dieses zu genießen, schlägt der Tod unbarmherzig zu … .
Der Klappentext hat mich wirklich sehr neugierig gemacht. Eine Protagonistin, die Pistazieneis liebt und Grabsprüche sammelt? Das klang zu seltsam, um nicht mehr darüber rausfinden zu wollen.

Als ich dann anfing zu lesen, lernte ich schnell Tammie kennen und lieben. Sie hat wirklich eine außergewöhnliche Art die Welt zu sehen und mit ihrer Krankheit umzugehen. Anstatt das Schicksal zu verfluchen nimmt sie es einfach, wie es ist und macht sich ihre eigenen Gedanken dazu. Ich fand sie wirklich sehr mutig und stark. Doch fast noch besser gefiel mir ihre beste Freundin Pat. Diese lässt sich nämlich von Tammies schräger Art nicht verunsichern, ist immer für sie da und lebt doch auch ihr eigenes Leben. Eine wirklich tolle Freundin, die mir viel Spaß bereitet hat.

Auch Fynn ist ein wirklich interessanter Protagonist. In meinen Augen wirkt er anfangs älter, als er wirklich ist, aber im Laufe des Buches merkt man dann doch, dass er nicht so erwachsen ist, als gedacht. Fynn arbeitet auf dem Friedhof und lernt so Tammie kennen. Auch er ist wirklich einzigartig und total liebevoll. Der Autorin Ruth Olshan gelingt es sehr gut, ihren Figuren Leben einzuhauchen, ihnen eine einzigartige Note zu verpassen und sie so dem Leser sympathisch zu machen. Ich liebe die Figuren dieses Buches. 

Besonders schön ist natürlich die Liebesgeschichte, denn eigentlich gesteht Tammie sich so etwas gar nicht ein, da sie „sowieso sterben wird und nicht noch mehr Leute unglücklich zurücklassen möchte“. Doch neugierig ist sie dann doch und nachdem sie Fynn kennenlernt, kann sie sich auch nicht mehr gegen die Liebe wehren. Ich fand es richtig berührend, wie Fynn sich nach und nach in Tammies Leben schleicht und nach und nach den Tod wegdrängt und Platz für das Leben schafft. Es ist aber auch wirklich außergewöhnlich, wie Fynn mit Tammies Krankheit umgeht. Er bringt Humor in die Geschichte und hat einfach einen wunderbaren Blick auf das Leben. Dadurch wurde ich auch immer wieder dazu gebracht, über das Leben zu philosophieren: Was zählt wirklich im Leben? Sollte man immer alles so ernst nehmen oder einfach einmal leben, spontan sein und einfach genießen? Es ist wirklich bezaubernd, welche Botschaft dieses Buch dem (jungen) Leser vermittelt.

Zum Ende hin bekommt das Buch zwar dann noch einmal eine ernstere und vor allem traurigere Richtung, diese passt aber wirklich gut in die Geschichte und rundet sie im Grunde noch einmal ab. Trotz allem musste ich mir ein paar Tränchen verkneifen, so sehr haben mich die Geschichte und die Protagonisten mitgenommen.

In meinen Augen hätte das Buch zwar noch ein paar Seiten mehr haben können, um doch noch tiefer in Fynns und Tammies Geschichte einzutauchen, ihre Liebe weiter zu begleiten und noch mehr über die Zukunft der beiden zu erfahren, doch für einen Jugendroman ist die Seitenzahl wahrscheinlich ganz gut gewählt und so bleibt wenigstens noch jede Menge Platz für eigene Gedanken.

Dieses Buch vermittelt wirklich eine besondere Botschaft über das Leben und den Tod. Der Leser wird durch die liebevoll gestalteten Figuren und die schöne Geschichte immer wieder dazu angeregt, sich selber seine Gedanken zu diesem Thema zu machen und all die schönen Dinge in Tammies und Fynns Leben kennenzulernen.


 Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.
www.oetinger.de

1 Kommentar:

  1. Hey Monika,

    ich finde solche Bücher immer unglaublich wichtig, denn sie bringen uns das Leben etwas näher. Die Geschichte klingt wirklich klasse und ich werde es mir definitiv mal merken. ;o)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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