Sonntag, 16. Oktober 2016

[Rezension] Finnischer Schnee von gestern


Cover 




 Titel: Finnischer Schnee von gestern
 Autor/in: Mina Teichert
 Seitenzahl: 398
 Preis: 9,99 € (D)
 ISBN: 978-1503940475

 Bildquelle: http://minateichert.jimdo.com




"Nach einem erneuten Fehltritt ihres Verlobten wird Vivien von ihren drei besten Freundinnen über Silvester nach Finnland entführt. Nur die vier Frauen, genau wie vor zehn Jahren und diesmal wirklich ohne Männer. Denn damals waren aus einer Silvesternacht zwei Ehen, ein One-Night-Stand und Viviens verhängnisvolle On-off-Beziehung entstanden. Jetzt wollen Vivien, Solja, die scheinbar perfekte Politikergattin, die Vorzeigepädagogin Meike und die sanfte Esoterikerin und Vierfach-Mama Esther ihre Probleme erst einmal auf Eis legen. Doch dank des finnischen Schnees, einer Menge Sekt und alten Geheimnissen, die ans Tageslicht drängen, avanciert der Urlaub schnell zu einem Selbstfindungstrip der besonderen Art."
(Quelle: http://minateichert.jimdo.com/romane/)
Vivien hat ihren Freund gerade bei einem Seitensprung erwischt und ist am Boden zerstört. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, entführen ihre drei besten Freundinnen sie nach Finnland.

Doch damit fangen die Probleme erst an, denn jede der vier Frauen bringt ihr eigenes Päckchen mit und in der Einöde Finnlands kommt so manches Geheimnis ans Tageslicht, das ihre Freundschaft und ihr bisheriges Leben gewaltig auf die Probe stellt.

Ich muss gestehen, ich liebe ja diese Art von Buch: Ein paar Frauen, die ganz unterschiedliche Leben führen, wo keines wirklich perfekt ist. Diese Geschichten sind für mich immer so schön authentisch und haben doch eine kleine Prise heile Welt, so dass ich sie so richtig genießen kann. Deswegen wollte ich auch unbedingt dieses Buch von Mina Teichert lesen.

Gleich im ersten Kapitel erfährt man von Vivien, aus deren Sicht in Ich-Form das Buch geschrieben ist, wie sie ihren Freund inflagranti erwischt und danach auch noch einen Autounfall gebaut hat. Sofort hatte die Protagonistin mein volles Mitleid und ich freute mich darauf, dass sich ihre Freundinnen um sie kümmern würden. Schnell lernt man auch die übrigen drei Frauen kennen und ich muss sagen, sie können wirklich nicht unterschiedlicher sein. Aber ich denke, genau das macht einen Teil des Charmes dieses Buches aus, denn so findet jede Leserin einen Charakter, mit dem sie sich am besten identifizieren kann. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß damit Vivien, Esther, Meike und Solja besser kennenzulernen und all ihre Eigenheiten zu entdecken.

Auch die Kulisse, ein verschneites Haus in der Einöde Finnlands, ist wirklich traumhaft. Ich sah alles genau vor mir und obwohl ich eigentlich wärmere Gegenden bevorzuge, hätte ich mich doch gerne nach Finnland gewünscht, um dort all die schönen Fleckchen und Eckchen zu entdecken. Und natürlich passte das Setting perfekt zur Geschichte. Denn viel rum kommen die vier Frauen nicht. So sitzen sie die meiste Zeit aufeinander, wodurch natürlich die Streitereien nicht ausbleiben. 

Obwohl sich der größte Teil der Geschichte in diesem einsamen Haus abspielt, wird es doch nie langweilig, denn es passieren so viele Kleinigkeiten. Es gibt nicht nur Geheimnisse und Streitereien, sondern auch witzige Missgeschicke, rätselhafte Briefe, Familiengeheimnisse und natürlich Beziehungsdramen. In dieser Geschichte passieren so viele Dinge und doch wird es nie zu viel, da die Autorin Mina Teichert sehr gut die Waage zwischen wichtigen Ereignissen und kleinen Zusatzdetails hält. Mir war es wirklich auf keiner Seite langweilig, ich hab es einfach nur genossen, mich in die Geschichte fallenzulassen und mich eingekuschelt in eine Decke gedanklich nach Finnland versetzen zu lassen. Dort habe ich gemeinsam mit den Protagonisten gelacht und gelitten, mich gestritten und durchgebissen und am Ende ein kleines bisschen mehr über mich selbst erfahren.

Während man nämlich die Leben der Protagonisten durchleuchtet, beginnt man ganz wie von selbst, sich ein paar Gedanken über sein eigenes Leben zu machen und genau das ist es, was diese Art von Büchern für mich so besonders macht und was der Autorin wirklich sehr gut gelungen ist. Ohne belehrend zu wirken, überlegt man sich, quasi neben dem Lesen, was man vom Leben erwartet, was man sich wünscht und was man davon selbst herbeiführen kann. Und so begibt man sich gemeinsam mit den vier Frauen auf einen kleinen Selbstfindungstrip, sehr schön!


Mina Teichert ist hier wirklich eine sehr schöne und süße kleine Geschichte gelungen. Eingewickelt in eine Decke begab ich mich mit den vier sehr unterschiedlichen und doch liebenswerten Protagonistinnen in eine einsame Hütte ins malerische Finnland und entdeckte dort nicht nur die Geheimnisse der Frauen, sondern lernte ganz nebenbei auch ein bisschen über mich selbst.

Ein Selbstfindungstrip, der mit viel Humor, aber auch Gefühl und einer zauberhaften Kulisse aufwartet. Wirklich lesenswert!


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Homepage der Autorin: http://minateichert.jimdo.com

Kommentare:

  1. Hallo Moni,

    eine sehr schöne Rezension. Es klingt nach einer sehr schönen Geschichte für zwischendurch :-). Schön, dass die Geschichte nicht langweilig wird, auch wenn sie überwiegend in der einsamen Hütte spielt.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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  2. Huhu,

    tolle Rezension! Und vor allem heißt die Protagonistin wie ich und scheint Finnland toll zu finden, so wie ich Finnland liebe! Danke für den Buchtipp! <3

    Liebste Grüße,
    Vivka

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  3. Das Cover ist ja mal total süß und wunderschön <3 Und Finnland ist auch mal ein tolles Land für ein Buch. Ich glaube, da habe ich mich noch nie hingelesen :D Das kommt mal mit auf meine Wunschliste!

    Liebe Grüße
    Meiky

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