Samstag, 10. Dezember 2016

[Rezension] Unlike


Cover 



 Titel: Unlike - Zwischen Goldfischen und anderen Weihnachtskeksen
 Autor/in: C.M. Spoerri
 Verlag: Sternensand Verlag
 Seitenzahl: 340
 Preis: 12,95 € (D)
 ISBN: 978-3-906829-28-9

 Preis eBook: 6,99 € (D)
 ISBN eBook: 978-3-906829-29-6
 Bildquelle: http://www.sternensand-verlag.ch


"Evan hat in seinem Leben schon viel Mist gebaut, doch seit fünf Jahren ist es ihm gelungen, nicht mehr auf die schiefe Bahn zu geraten. Er wohnt in New York, hat einen Job, eine Wohnung, keine nervigen Freunde … alles wäre eigentlich so weit in Ordnung – abgesehen von der bescheuerten Weihnachtszeit, die gerade in vollem Gange ist. Und ausgerechnet jetzt mischt sich auch noch der schwule Nachbar in sein Leben ein. Dieser kann nicht mehr mit ansehen, wie Evan sich abkapselt, und plant deswegen über eine Single-Plattform ein Date für ihn. Sara, eine Londoner Studentin, wird für eine ganze Woche anreisen. Allerdings in der falschen Annahme, dass sie mit Evan gechattet hat und er sich auf ihren Besuch ebenso freut wie sie. Als wäre das nicht schon verheerend genug, ist Sara auch noch das komplette Gegenteil von ihm. Sie LIEBT Weihnachten und kommt einzig und allein nach New York, um hier den romantischsten Urlaub ihres Lebens zu verbringen – zusammen mit Evan."
(Quelle: http://www.sternensand-verlag.ch/unlike-weihnachten-cmspoerri.html)


Einmal Weihnachten in New York verbringen, das ist der Traum von Sara. Da passt es, dass sie Evan in einem Chat kennenlernt und dieser sie für eine Woche einlädt. Prompt packt sie ihre Taschen und macht sich auf den Weg nach New York.

Evan aber ist ganz anders, als im Chat. Er scheint plötzlich keinerlei Interesse mehr an Sara zu haben, was wahrscheinlich daran liegt, dass nicht er sie eingeladen hat, sondern sein schwuler Nachbar, der Evan verkuppeln wollte.

Doch Sara gelingt es nicht nur, etwas Weihnachtsstimmung zu verbreiten, sondern auch das Herz des unnahbaren Evan zu erweichen. So könnte das junge Mädchen doch noch ihre Traumzeit in New York bekommen, würde Evan nicht plötzlich seine Vergangenheit einholen … .
Zur Weihnachtszeit wollte ich dieses Jahr unbedingt ein paar Weihnachtsbücher lesen und das von C.M. Spoerri war auf meiner Must-Read-Liste, da es einfach total süß klang. 

Das weihnachtliche New York als Setting fand ich dabei besonders toll. Selber war ich leider noch nicht dort, hab aber schon so viel davon gehört, dass ich es mir auch einfach himmlisch vorstelle. Ich konnte Sara also sehr gut verstehen, dass eine Woche in New York zur Weihnachtszeit einfach ein Traum wäre. Deshalb freute ich mich riesig darauf, mehr darüber zu erfahren und dadurch so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Allerdings muss ich sagen, dass man nur am Anfang etwas von dem Zauber dieses Settings mitbekommt. Nachdem Sara in New York angekommen ist und sie eine Sightseeing-Tour gemacht haben, ist von Weihnachten eigentlich kaum noch die Rede, was ich sehr schade fand.

Stattdessen stehen natürlich die beiden Protagonisten und ihre Annährung im Mittelpunkt. Dabei ist es sehr schön, dass die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Evan und Sara erzählt wird. Ich mochte beide Charaktere wirklich sehr gerne. Evan mit seiner schroffen Art, wie er versucht alle auf Abstand zu halten und doch merkt man von Anfang an, dass ihm Sara gefällt und sich immer häufiger Gedanken an sie in seinen Kopf schleichen. Und Sara mit ihrem ungetrübten Optimismus und ihrem Bedürfnis nach Kontrolle, die sich trotzdem in Evan verliebt, der so gar nicht in ihr Muster passt. Dieses Hin und Her zwischen den beiden hat mir auf jeden Fall richtig Spaß gemacht, denn ich mag es, wenn sich die Protagonisten nicht sofort Hals über Kopf ineinander verlieben und alles gleich super läuft. Dadurch erhält die Geschichte eine ordentliche Prise Humor, was ich wirklich toll fand.

Durch Evans Vergangenheit kommt dann auch noch etwas Tiefgang in die Geschichte, was es meiner Meinung nach zwar gar nicht gebraucht hätte, aber doch ganz gut erklärt, wieso Evan so ist, wie er ist. Dadurch werden seine Handlungen schlüssiger und er authentischer. Ich finde, C.M. Spoerri gelingt es sehr gut, diesen Hintergrundinformationen genau den richtigen Rahmen einzuräumen. So wird die Geschichte nicht zu ernst und bedrückend, bekommt aber trotzdem mehr Substanz. 

Sehr gut gefielen mir auch die erotischen Stellen. Hier hat die Autorin wahrlich kein Blatt vor den Mund genommen, so dass es sicher kein Buch für sehr junge Leser ist, aber trotzdem sind die Szenen meiner Meinung nach nicht too much, sondern immer noch ästhetisch ansprechend. Hier die Waagschale zu halten ist in meinen Augen sehr schwierig, aber es ist C.M. Spoerri wirklich gut gelungen.

Der Schreibstil des Buches ist locker-leicht und flüssig. Ich mochte es sehr, dass die Protagonisten innere Monologe führten, die man hautnah mitbekam. So konnte ich noch tiefer in die Gedanken der beiden Charaktere eintauchen und mit ihnen mitfühlen. Allerdings muss ich auch ehrlich gestehen, dass mich Saras Kontrollmonster irgendwann doch etwas genervt hat. Das hätte sie ruhig mal für längere Zeit wegsperren können, so dass sie es nicht ständig hätte erwähnen müssen.
Insgesamt ist „Unlike – Von Goldfischen und anderen Weihnachtskeksen“ eine schöne Liebesgeschichte mit locker-leichtem Schreibstil, prickelnden Erotikszenen und tollen Charakteren. Zwar nahm die Weihnachtsstimmung in meinen Augen einen zu kleinen Platz ein und Saras Gedanken waren mir teilweise zu voll von ihrem inneren Kontrollmonster, aber trotz allem hat die Geschichte richtig Spaß gemacht.


Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.
 
http://www.sternensand-verlag.ch

Vielen Dank an den Sternensand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Kommentare:

  1. Ich liebe deine Rezensionen einfach, liebe Moni. Und deinen Blog!
    Und dich als Bloggerin!
    Danke für diesen Eindruck :D
    Hab noch einen schönen dritten Advent <3

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  2. Hey Monika,

    mir ist das Buch auch schon öfters mal unter die Hände gekommen, aber ich war mir nicht so sicher ob es etwas für mich ist. Aber nach deiner rezi, klingt es ganz so als ob es auch für mich etwas wäre. *überleg*

    Liebe Grüße,
    Ruby

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  3. Wenn jemand so unnahbar wie Evan ist, wäre es dann nicht vielleicht besser, ihn allein zu lassen? Klar, für eine kurze Zeit kann das gut gehen, doch wie wird sieht es einige Jahre später aus?

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