Montag, 21. August 2017

[Rezension] Über alle Grenzen


Cover 



 Titel: Über alle Grenzen
 Autor/in: Maya Shepherd
 Verlag: Sternensand
 Seitenzahl: 544
 Preis TB: 14,95 € (D)
 ISBN TB: 978-3-906829-47-0
 Preis eBook: 6,99 € (D)
 ISBN eBook: 978-3-906829-46-3
 Bildquelle: http://www.sternensand-verlag.ch



Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt.
Eine Liebe, die unter die Haut geht.
Eine Liebe, die keine Grenzen kennt.
Wörter, Zahlen und Sätze zieren Annas Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat.
Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn.
Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht.
(Quelle: http://www.sternensand-verlag.ch/ueber-alle-grenzen-maya-shepherd.html)
Annas Vater hat eine Jüngere und setzt kurzerhand ihre Mutter vor die Tür, damit seine neue Frau bei ihm einziehen kann. Da bleibt Anna nichts anderes übrig, als für ihre Mutter Partei zu ergreifen und sie nach Köln zu begleiten.

Ohne Freunde, ohne richtige Familie, in einer fremden Stadt, an einer neuen Schule fühlt Anna sich vor allem eines: einsam und allein gelassen. Um ihren seelischen Schmerz ertragen zu können, ritzt das junge Mädchen sich Wörter in die Haut. Doch niemand scheint ihren Kummer, ihre Einsamkeit und vor allem sie wahrzunehmen.

Das selbe Problem hat Yasin. Als Flüchtling in Deutschland wird er nicht ernst genommen und teilweise sogar gemieden oder schikaniert.

Zwei junge Menschen, die alles verloren haben, eine schicksalshafte Begegnung, eine Verbindung, die bald mehr ist, denn Liebe folgt keinen Regeln. Im Gegenteil, sie überwindet Grenzen, alle Grenzen … .

Ein Buch von Maya Shepherd ist ja für mich immer ein absolutes Muss. Bereits mit „50 Tage – Der Sommer meines Lebens“ hat sie mir gezeigt, dass sie mich nicht nur mit ihren Fantasygeschichten überzeugen kann und so freute ich mich, dass ich „Über alle Grenzen“ bereits vorablesen durfte.

Schon durch den Klappentext wird klar, dass es sich hier nicht um ein locker-leichtes Jugendbuch handelt, sondern, dass diese Geschichte ernste Themen behandelt und deshalb sehr tiefgründig ist. Das Thema „Flüchtlinge“ ist ja sehr aktuell und ich finde es toll, dass Maya Shepherd es in ihrem Buch aufgreift und einmal von einer anderen Seite beleuchtet. Zwar ist das Buch zum größten Teil aus Annas Sicht erzählt, es gibt jedoch auch Kapitel, die von Yasins Flucht handeln. Diese sind in der 3. Person geschrieben, doch deshalb nicht weniger mitreißend und emotional. Im Gegenteil, es hat mich sehr bewegt, seine Geschichte zu lesen. Natürlich kennt man bereits einiges aus dem Fernsehen, aber es ist noch einmal etwas anderes, wenn die Ereignisse ein Gesicht bekommen, denn obwohl Yasin eine fiktive Person ist, hatte ich doch das Gefühl, es würde ihn wirklich geben. Maya Shepherd schafft es einfach immer wieder, ihren Figuren Leben einzuhauchen, sie richtig lebendig zu machen. Yasin hat mich auf jeden Fall tief beeindruckt. Seine Sichtweise auf das Leben hat mich ehrlich gesagt richtig nachdenklich gemacht. Vielleicht sind wir einfach viel zu verwöhnt und können deswegen die kleinen Dinge im Leben nicht mehr zu schätzen wissen. Yasin hat mich also wirklich zum Nachdenken gebracht.

Anna ließ mich dagegen ehrlich gesagt etwas zwiegespalten zurück. Ich verstand, dass für sie eine Welt zusammenbrach und sie sich einsam und verlassen fühlte, auch ihre innere Anspannung, den Druck, konnte ich gut verstehen, da ich das häufig schon so gehört hatte von Leuten, die sich ebenfalls ritzen. Maya Shepherd erzählt wirklich sehr einfühlsam und doch sehr authentisch davon. Ich denke, dass das ein Thema ist, das ebenfalls brandaktuell ist, über das jedoch nicht oft geschrieben wird, da es sehr schnell bedrückend wirken könnte. Maya Shepherd gelingt es aber die Gefühle von Anna glaubwürdig zu schildern, so dass zwar erstmals eine deprimierende Stimmung entsteht, diese löst sie dann jedoch wieder auf, so dass das Buch insgesamt nicht zu negativ wird. Was mich an Anna etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass zuerst das Ritzen im Mittelpunkt ihres Lebens stand und plötzlich ist es dann Yasin. Natürlich klammert sie sich, haltlos, wie sie sich fühlt, an jeden Strohhalm, aber für mich fiel sie von einem Extrem ins andere. Es gibt für sie nur schwarz oder weiß und nichts dazwischen. Damit konnte ich persönlich nicht so gut umgehen.

Die Liebesgeschichte an sich ist wirklich zauberhaft. Die Gefühle kommen schleichend. Es gibt einige so schöne und gefühlvolle Momente, dass ich wirklich seufzen musste und besonders hat es mir die Aussage angetan, dass Liebe keine Hautfarbe, keine Herkunft, keine Religion kennt. Liebe ist frei von Vorurteilen, sie passiert einfach und lässt sich nicht kontrollieren. Ja, so ist es und das sollten wir uns wirklich zu Herzen nehmen. Mich hat diese Liebesgeschichte jedenfalls richtig verzaubert. Yasin und Anna sind so ein schönes Paar und ihre Gefühle kamen auf jeder Seite bei mir an. Maya Shepherd schafft es einfach immer wieder, die Emotionen an ihre Leser weiterzugeben, so dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich mit dem Buch etwas früher „Schluss“ gemacht hätte. Während der Geschichte gibt es einmal so einen Einschnitt und da kamen mir die letzten Kapitel etwas erzwungen vor und ich hatte das Gefühl, als wollte Maya Shepherd unbedingt noch ein paar Punkte unterbringen, die vorher irgendwie keinen richtigen Platz gefunden hatten. Das fand ich etwas schade, da es in meinen Augen unnötig gewesen ist. Zwar ist das Ende schön „rund“ und es gibt einen tollen Abschluss, aber für mich endete das Buch eigentlich schon früher (an Weihnachten), was für mich stimmiger gewesen wäre und besser gepasst hätte. Zwar wären dann einige Fragen offen geblieben, aber das hätte ich bei diesem Buch gut vertragen können.

„Über alle Grenzen“ ist ein Buch, das wirklich ernste und aktuelle Themen anspricht: Flüchtlinge und das Ritzen. Sehr einfühlsam und authentisch widmet sich die Autorin diesen Punkten und spinnt sie in eine wunderschöne Liebesgeschichte ein. Vor allem Yasins Sicht auf die Dinge hat mich sehr fasziniert und zum Nachdenken gebracht. 

Ein tiefgründiges Buch, das zwar ernste Themen anspricht, aber durch die zauberhafte Liebesgeschichte auch schöne Gefühle beim Lesen hinterlässt.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.
http://www.sternensand-verlag.ch

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Natürlich organisiert der Sternensand Verlag wieder eine tolle Release-Party zu diesem außergewöhnlichen Buch, bei der ihr schöne Preise gewinnen könnt.

Um ein Los dafür zu sammeln beantwortet bitte folgende Frage:

Wie würdet ihr euch das Ende von der Geschichte wünschen? Was könnte eurer Meinung nach passieren?
(Fantasiert einfach ein bisschen, denn aus Spoilergründen werde ich natürlich nichts dazu sagen :-p)

Kommentare:

  1. Nora Steelie Kuhn21. August 2017 um 10:06

    Ein Ende für die Geschichte ... hmm ...ehrlich gesagt kann ich mir bei der Konstellation ein wirkliches Happy End nicht vorstellen , dazu ist der Weg zu schwer den Beide gehen müssen . Spontan würde ich tippen sie gehen in sein Land um dort zu helfen und sich ei Leben aufzubauen ... klingt fad aber wenn man drüber nachdenkt .....

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  2. Dass die beiden zusammen finden und auch bleiben. Und dass die beiden ohne zu viele Vorurteile glücklich sind

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  3. Sehr schön geschrieben 😍

    Ich finde es jetzt schwer, etwas über das Ende zu sagen.....
    Ich würde mir wünschen, nachdem die zwei sich ja ineinander verlieben, dass sie sich gegenseitig den benötigten Halt geben können und nach und nach die Einsamkeit sie verlässt. sie Freunde finden, Familie, akzeptiert werden wie sie sind, gesehen werden und der Weg in eine schöne Zukunft sicher ist.

    GLG Pat.

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  4. Hii :)
    Ich würde mir vor allem wünschen, dass Anna etwas zur Kompensation findet. Nicht nur Yasin, der ihr im Leben weiter hilft, sondern dass das Buch einem das Gefühl gibt, dass sie mit sich selbst ins Reine gekommen ist💜
    LG Tina Tonak

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  5. Angelique Habermann21. August 2017 um 10:50

    Ich denke das sie so endet das die zwei alle Probleme und Vorurteile überwinden und zusammen ein glückliches Leben verbringen

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  6. Also erstmal richtig tolle rezi und wunderschöne seite😍also ich wünsche mir ein Happyend das er in Deutschland Fuß fasst und mit Anna zusammen bleibt und das sie aufhört sich zu ritzen und Dinge mehr zu schätzen weiß.

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  7. sehr gute Frage. Ich schwanke grade zwischen "es wäre schön, wenn alles gut werden würde und die beiden zusammen bleiben können" und "nein bitte realistisch und er muss leider wieder zurück"....entschieden habe ich mich für die Happyendvariante - es gitb schon zu viel Lied in der realen Welt da ist es schön, wenn es in einem buch ein Happyend gibt.

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  8. Ja wie mag das Ende wohl sein. Da ich selbst happyends mag würde ich mir wünschen das beide zusammen finden.
    Tolle Rezi!

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  9. Hey Moni,

    „50 Tage – Der Sommer meines Lebens“ war ein Buch, dass mich begeistert und mehr als überzeugen konnte. Die Gefühle der Protagonisten waren so lebendig, dass ich regelrecht Gänsehaut beim Lesen bekommen hatte. Diese Geschichte klingt vielschichtig und ebenfalls sehr gefühlvoll. Ich werde mich dieser mit Sicherheit auch noch annehmen und bin schon sehr gespannt darauf. Deine Rezi macht auf alle Lust auf mehr. 😊

    Liebe Grüße, Ruby

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  10. Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden einen Weg finden, zusammen zu bleiben. Klar, das wird nicht einfach und ein dauernder Kampf sein, da viele Menschen immer mit Vorurteilen reagieren werden.. doch ich denke die beiden könnten es schaffen :) (daran möchte ich auf jeden Fall glauben)

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  11. Danke für die berührende Rezension. Ich als bekennende Romantikerin würde mir wünschen, dass die Beiden zusammen sämtliche Probleme meistern, zusammen glücklich werden und sie in ihrem Umfeld die engstirnige Sichtweise ein bisschen aufweichen

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  12. Schön wäre es natürlich, wenn es ein Happy Ende gäbe und beide zusammenfinden.
    Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass er abgeschoben werden soll und sie mit ihm auch ein Leben auf der Flucht führen würde.....Hauptsache sie bleiben zusammen 😊

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