Dienstag, 17. Oktober 2017

[Autorenratsch] Jessica van Houven


Durch Janna Ruths Artikel "5 Tipps für das perfekte Autoreninterview"hab ich meinen Fragenkatalog über Bord geworfen und es einmal mit einem Live-Chat-Interview versucht. 

Mein erstes Versuchskanninchen hierfür war





"Hallo Jessica, vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für das Interview nimmst. Ich freu mich sehr, Dich und Dein Buch "Mitnal - Das Reich der Toten" etwas besser kennenzulernen 🙂

Damit Dich meine Leser auch etwas kennenlernen, stell Dich doch mal ganz kurz vor."


 "Hallo Moni. Sehr gerne und auch lieben Dank vorab an dich, dass wir so problemlos zusammengefunden haben.

Also, ich bin 29 Jahre jung und komme aus einem kleinen Dorf im Westerwald in Rheinland-Pfalz.

Mitnal ist das erste Buch, das ich komplett abgeschlossen und veröffentlicht habe. Es fällt ins Genre Fantasy."

 "3 Eigenschaftswörter, die Dich am besten beschreiben ..."

"Ein bisschen verpeilt, ziemlich ordentlich und immer etwas verträumt."


"Etwas verträumt" trifft das auch auf Deine Protagonistin Karicia zu oder ist sie so ganz anders, als Du selbst?" 

"Karicia ist so überhaupt keine verträumte Person. Sie ist sehr abgeklärt und in sich gekehrt. Sie beobachtet ihre Umgebung und hat gegenüber anderen eine skeptische, vorsichtige Einstellung. Ein paar Ähnlichkeiten sind aber wohl doch vorhanden, denn sonst könnte man ja so einen Charakter überhaupt nicht schreiben."

"An welche Ähnlichkeiten denkst Du da?"

"Den trockenen Humor, den man bei Karicia zwischendurch erleben kann, hat sie von mir. Und ich würde sagen, dass ich bei Leuten, die mich nicht kenne, auch eher zögerlich-vorsichtig bin. Aber sind wir das nicht alle irgendwie?" 


"Stimmt 🙂 Aber für Karicia ist es ja gut, dass sie etwas vorsichtig ist, wenn ich mir da die Inhaltsangabe Deines Buches "Mitnal - Das Reich der Toten" so durchlese. Das hört sich schwer nach einer dunklen Bedrohung an oder was kannst Du uns über Dein Buch erzählen, ohne zu viel zu verraten?"

"Genau, es zieht eine dunkle Bedrohung auf und Karicia bemerkt eben diverse Veränderungen durch ihre Wesensart. Weil sie beobachtet, weil sie Dinge hinterfragt und auch, weil sie Stimmen hört. Sie sieht an Stellen hin, an denen andere durch den Alltag oder durch Oberflächlichkeit wegsehen und nichts erkennen. Ihre distanzierte und vorsichtige Art führt dazu, dass sie ihre Ideen, egal wie verrückt sie sein mögen (im Hinblick darauf, was genau die Bedrohung ist), selbst ernst nimmt und nichts außer Acht lässt. Sie baut sich Ideen zusammen, die jeder normale Mensch als absurd und irre abstempeln würde."


"Ist die Protagonistin deswegen auf der Akademie de Bacabs für magisch begabte Jugendliche, weil sie Dinge sieht, die andere nicht wahrnehmen? Und welche magische Begabung hättest Du selbst gerne?"
 
"Die Jugendlichen auf der Akademie haben die Fähigkeit, die Elemente zu beeinflussen und dadurch zu zaubern. Dabei kommt es auf die jeweilige Zusammensetzung der Elemente an. Wie viel Wasser und wie viel Luft zum Beispiel für einen Zauber verwendet wird. Wobei der Fokus überhaupt nicht auf dem Unterricht und dem Akademieleben an sich liegt. Da habe ich schon bemerkt, dass die Erwartungen etwas auseinander gehen. Ich wollte bewusst in keine Harry-Potter-Richtung gehen. Ich glaube, die Elemente zu beeinflussen wäre schon eine coole Sache. Die stecken überall drin und somit könnte man alles nutzen. Aber von typischen magischen Fähigkeiten wären Zeitsprünge am reizvollsten."


"Würdest Du es dann wie Hermine aus Harry Potter machen (wenn wir schon bei dem Beispiel sind 😀 ) und einen Zeitumkehrer benutzen, um noch mehr Zeit zum Schreiben zu haben oder bist Du ganz zufrieden mit Deiner Schreibzeit?"
 
"Hehehehehe, ich würde mir mehr Zeit zum Schreiben verschaffen. Ganz klar! Manchmal hat man zwar keine Lust und ist zu müde, aber ich würde schon gerne mehr schreiben. Und vor allem gerne so schnell, wie ich die Szenen im Kopf vor mir sehe."


"Wie löst Du denn aktuell das Problem, wenn die Szenen schneller entstehen, als Du schreiben kannst?"
 
 "Es liegen gerade überall Zettel für das neue Buch herum. Ideen kommen ja, wann sie wollen. Manchmal ist es nur ein Wort, das ich aufschreibe, um es nicht zu vergessen. Und dann gibt es noch den dicken Notizblock, für wenn ich Recherchen betreibe."
 
 
"Ah, ein neues Buch ... dann arbeitest Du schon am nächsten. Kannst Du darüber schon etwas verraten?"
 
 "Ich habe eigentlich noch andere angefangene Bücher in der Schublade, die ich vor Mitnal begonnen habe. Aber dann kam noch eine neue Idee dazu, die gerade Vorrang hat. Es wird ein "normaler" Roman sein, kein Fantasy und er wird in London spielen, in unserer heutigen Zeit. Nola, die gerade ihr Studium in London beginnt, erfährt, dass es angeblich einen Geheimbund am King's College gibt. Doch keiner weiß Genaueres darüber, Unterlagen sind ebenfalls keine zu finden und schon ist ihre Neugierde geweckt. Mehr lässt sich schon sagen, aber da bewahre ich lieber noch etwas Spannung. "
 
 
"Klingt gut. Dann bleibst Du also nicht bei einem Genre ... stellen wir uns also vor, Du schreibst als nächstes einen Thriller. Wie heißt er wohl und was passiert grob?"
 
"Es wäre "Die verbotene Insel". Dort existierte einst ein Gefängnis ähnlich Alcatraz. Es wird sich erzählt, dass dort schon einige Leute spurlos verschwunden sind. Reporter, die über das ehemalige Gefängnis berichten wollten und ja, sogar schon ein paar der damaligen Insassen. Eine Gruppe Jugendlicher setzt an einem Freitagabend mit ein paar Booten auf die Insel über. Sie haben am Strand des Festlandes eine Party gefeiert und wollen nun (vielleicht einen neuen Mitschüler) zu einer Mutprobe anstacheln. Doch auf der Insel läuft alles schief. Irgendjemand scheint noch auf der Insel zu sein. Vielleicht der verärgerte Geist des zu Tode gefolterten Massenmörders, der dort Insasse war? Ein Wochenende des Grauens beginnt, das nicht jeder überstehen wird."


"Haha, klingt, als hättest Du schon darüber nachgedacht 😀 Gibt es denn ein Genre, das Du komplett ausschließt?"
 
"Ehrlich gesagt noch nicht. Das kam gerade spontan über mich und jetzt hätte ich tatsächlich Lust so einen Thriller zu schreiben... Siehst du, so passiert das mit den Ideen. Mhm ich glaube, ich würde nichts kategorisch ausschließen. Im Fantasy fühle ich mich wohl, weil man alles machen kann, was man will (solange es schlüssig ist und so hoffentlich beim Leser ankommt). Auf einen Liebesroman müsste man vielleicht noch warten, weil aus anderen Genres noch zu viele Ideen herumspuken."


"Die lieben Leser ... was wäre für Dich als Autorin am schlimmsten in einer Rezension zu lesen?"
 
"Ich glaube, das kann man nicht an einer speziellen Aussage festmachen. Ich bin zum Glück jemand, der Kritik vertragen kann - solange sie fair geäußert wird. Ich habe auch jetzt schon positive und negative Kommentare für Mitnal erhalten. Es ist klar, dass man nicht jeden Geschmack treffen kann und es noch viel zu lernen gibt. Man gibt sich unglaublich viel Mühe und jeder negative Punkt trifft leider auch ein wenig. Aber ich nehme es mir zu Herzen und versuche daraus zu lernen, die Kritikpunkte beim nächsten Buch zu verbessern."
 
   
"Eine sehr gute Einstellung. Gibt es denn generell jemanden, dem Du von "Mitnal - Das Reich der Toten" abraten würdest?"
 
"Vielleicht würde ich denjenigen abraten, die permanente Zauberei erwarten. Obwohl es eine magisch angehauchte Welt in Mitnal ist, dreht es sich mehr um alte Kulturen und die persönliche Entwicklung der Charaktere."
 
"Interessierst Du Dich auch persönlich für alte Kulturen? Oder was machst Du außer schreiben noch gerne in Deiner Freizeit?"
 
"Also speziell die Kulturen, die in Mexiko zu finden waren und sind, haben mich schon immer fasziniert. Ansonsten sind es bei mir wohl die Klassiker: ich unternehme sehr viel mit meinen Freunden, ich liebe Filme und Serien. Wann immer es möglich ist, reise ich." 
 
 
"Für Film und Serienfans fast eine unmögliche Aufgabe, aber ich frage trotzdem: Was ist Dein Lieblingsfilm? 
 
 "Puh, ja wirklich schwierig. Inception und Fight Club stehen ganz hoch im Kurs, weil man darüber nachdenken muss und sich zwischen den Zeilen einige gute Aussagen herausziehen kann. Solche Filme kann man aber nicht immer gucken."
 
 
"Inception ist auch einer meiner Lieblingsfilme. Ich mag es ja auch sehr, wenn man sich gute Aussagen herausziehen kann. Was würdest Du denn Deinen Lesern gerne noch Wichtiges mit auf den Weg geben?"
 
"Generell auf jeden Fall, dass sie nicht vergessen sollten ein Buch zu genießen. Sich Zeit zu nehmen, um in die Geschichte einzutauchen.

Im Hinblick auf Mitnal, dass sich kein Leser von den vielen, vielen Namen einschüchtern lassen soll. Ich gehe doch gar nicht davon aus, dass sich jeder alle Namen direkt merken kann 😀 "
 
 
"Da kann ich Dir nur recht geben: Das Schönste ist es, Bücher zu genießen und richtig in die Geschichte einzutauchen. Ein schönes Schlusswort für ein tolles Interview. Vielen Dank für Deine Zeit ❤"
 
 "Ich danke Dir auch für die Mühe, die Du in Deine Vorbereitung gesteckt hast und für das sehr angenehme Interview."
 
Ich hoffe, das Interview hat euch gefallen und ihr konntet ein bisschen etwas über Jessica van Houven und ihr Buch "Mitnal - Das Reich der Toten" erfahren.

Wenn ihr jetzt neugierig seid und mehr Informationen haben möchte,
schaut hier vorbei:

Homepage der Autorin: www.jessicavanhouven.de

Facebookseite der Autorin: https://www.facebook.com/jessicavanhouven/
 

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