Mittwoch, 7. Februar 2018

[Autorenratsch] Jessica Stephens


Heute habe ich mal wieder ein Interview für euch.

 hat mir dieses Mal Rede und Antwort gestanden.

Hallo Jessica und vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Magst Du Dich mal bitte kurz vorstellen?

 Gerne doch, ich war schon ganz gespannt auf das Chat-Interview, sowas ist mal was ganz Neues für mich. 😄
Also ich heiße Jessica, bin 27 Jahre alt und wohne in einer kleinen Stadt in Osthessen. Ich schreibe und veröffentliche unter dem Pseudonym Jessica Stephens im Genre Fantasy/ Romantasy. Im „normalen“ Leben arbeite ich als kaufmännische Assistenz, aber jede freie Minute gehört dem Schreiben.
Seit wann schreibst bzw. veröffentlichst Du denn schon Bücher?
Richtig aktiv schreiben tue ich seit Sommer 2015, also ca. 2 1/2 Jahre. Mein erster Roman ist aber erst ein Jahr später also im August 2016 erschienen.

Wieso ein ganzes Jahr Pause? Lief da so viel Arbeit im Hintergrund oder warst Du noch unsicher, ob Du die Geschichte wirklich auf die Welt loslassen möchtest?
Ich habe ein gutes halbes Jahr an meinem ersten Buch geschrieben und war noch nicht mal sicher, ob ich es wirklich bis zu Ende schreiben würde. Damals habe ich sozusagen drauflos geschrieben ohne den Gedanken an eine Veröffentlichung. Die Idee dazu kam erst wesentlich später, ungefähr im Juni 2016.

Und dann war da diese Idee mit der Veröffentlichung und dann? Hast Du Dich bewusst dazu entschieden, das Buch selbst herauszubringen?
Es war eher so eine spontane Idee. Ich wollte mein Buch in den Händen halten können. Natürlich hätte es gereicht es nur für mich drucken zu lassen. Aber ich entdeckte CreateSpace und dachte mir "wieso nicht". Falls es niemand liest, kann ich es ja wieder rausnehmen. Aber wundersamerweise kamen innerhalb kurzer Zeit zwei positive Rezensionen und das weckte meinen Ehrgeiz.

Hast Du dann erst zu diesem Zeitpunkt beschlossen, eine Reihe aus Deinem Buch zu machen oder war schon vorher klar, wie viele Bände Du veröffentlichen würdest?
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Man hätte den ersten Band an dieser Stelle mit ein paar Umformulierungen zu einem Einzelband machen können. Aber als ich ihn bei CreateSpace einstellte, war er bereits als Auftaktband angedacht. Allerdings hatte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken über die Fortsetzung gemacht, die Ideen dazu kamen erst später. Schließlich habe ich die Ursprungsfassung von Band 1 bereits 3 Monate später wieder herausgenommen um sie von Grund auf zu überarbeiten.
Dann bleibt die Wächter-Reihe eine Trilogie oder kommt da noch mehr? Und vielleicht magst Du uns eine Kurzzusammenfassung davon geben😊
Ja es bleibt eine Trilogie, das Ende des letzten Bandes klärt alles auf und es bleiben keine Fragen offen. Ich werde mal nur auf Band 1 näher eingehen, denn da die Bände aufeinander aufbauen, würde ich sonst spoilern. 😉
In "Wächter- Wahre Liebe ohne Chance?" geht es um ein junges Mädchen namens Melody, die überraschend einen Brief erhält, in dem ihr ihre neue Bestimmung offenbart wird. Denn durch ihre Mutter hat sie ein Gen geerbt, dass sie zu einer Rekrutin der Wächter macht. Von einem auf den nächsten Tag stürzt sie somit in eine ihr völlig unbekannte Gesellschaft, die neben der normalen Weltbevölkerung existiert.
Sie muss sich als Rekrutin behaupten und lernt dabei Ethan kennen, von dem sie sich wie magisch angezogen fühlt. Doch diese Liebe ist verboten, was sie in große Gefahr bringt.
Warum, wieso, weshalb muss jeder selber lesen.
😉
Wächter? Was bewachen sie denn? Oder würde das spoilern?
Nein, das spoilert nicht, man erfährt es ziemlich zur Mitte der Geschichte im ersten Band. Die Wächter beschützen wichtige Personen der Weltbevölkerung. Vor allem jene die großen politischen oder wirtschaftlichen Einfluss haben. Sodass das Gleichgewicht gewahrt bleibt und keine Aufstände oder Kriege ausbrechen.
Also eine neue Fantasy-Spezies? Es ist ja gar nicht mehr so einfach, etwas wirklich Neues zu erschaffen. Was macht Deine Reihe noch besonders?

Ich denke nicht, dass es etwas ganz Neues ist. Die Wächter sind ja sowas wie "verbesserte" Menschen, sie erhalten eine spezielle Ausbildung und haben auch ein paar Gaben, die ich aber leider nicht verraten kann. 
Ich weiß nicht, ob der Kerngedanke der Reihe jedem bewusst wird, aber in gewisserweise hat meine Reihe auch einen Hauch von Dystopie. Denn es geht um viel mehr als nur die Liebe zweier Personen, die verboten ist. Es geht auch um ungleiche Machtverhältnisse, um eine Klassengesellschaft, in der nicht jeder die selben Chancen hat.
Oh, das klingt spannend. Dann müssen wir hier also nicht mit seitenweise Geschmachte, sondern auch mit etwas Action rechnen?
Naja in Band 1 steht natürlich schon die verbotene Liebe im Vordergrund. Aber in Band 2 liegt der Fokus mehr auf dem System und deren Hintergründe. Man taucht tiefer in das ganze Regierungssystem ein und zum Ende des zweiten Teils spitzt sich die Situation dann immer mehr zu.

Dann gibt es am Ende von Band 2 einen fiesen Cliffhanger?
Ja. Bei Band 1 auch schon, aber der von Band 2 ist noch etwas gemeiner.
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Zum Glück sind ja schon alle 3 Bände erschienen, so dass man nicht erst auf die Fortsetzung warten muss 😁

Da die Wächter-Reihe ja schon fertig ist ... woran schreibst Du aktuell?
Das stimmt, so kann man direkt weiterlesen wenn man die Spannung nicht aushält. 
Ich schreibe an einer neuen Fantasy-Dilogie. Das Ganze spielt in einer anderen Welt, die der unseren aber sehr ähnelt. Die Grundstimmung ist diesmal etwas düsterer, natürlich gibt es auch wieder eine bisschen Romantik, aber nicht im Übermaß. Außerdem versuche ich mich daran, mal mehrere Sichtweisen der Geschichte mit einzubinden.
Also eher Urbanfantasy? Weißt Du schon, wann das Buch erscheinen wird?
Ja entweder Urbanfantasy oder Highfantasy, da bin ich mir noch nicht so sicher. Ich möchte zumindest den ersten der beiden Bände noch dieses Jahr veröffentlichen, allerdings steht der Zeitraum noch in den Sternen. Schließlich geht es ja nicht nur ums Schreiben und Überarbeiten, sondern auch darum, wann Lektor, Korrektor und Coverdesigner einen Termin freihaben. Ich peile aber so grob Mitte bis Ende des Jahres an. 
Urban-Fantasy, High-Fantasy, Romantasy ... alles Fantasy-Geschichten. Bleibst Du in diesem Genre oder möchtest Du auch einmal einen Ausflug in ein ganz anderes Genre machen? 
 
Mich reizt es immer noch sehr eine richtige Dystopie zu schreiben. Aber ich bin mir noch nicht sicher ob ich dafür das nötige Durchhaltevermögen habe. Beim Lesen einer Dystopie habe ich das nämlich meist nicht. 😉
New-Adult wäre auch noch interessant. Aber ein Hauch Fantasy schleicht sich bei mir halt doch meistens ein.
Du liest also selber auch gerne? Wenn Du bei Dystopien nicht durchhälst, was bevorzugst Du dann?
Ja natürlich, das funktioniert meiner Meinung nach auch nicht ohne einander. Nur wer viel liest kann auch gut schreiben. Meine bevorzugten Genres sind Fantasy und New-Adult. Fantasy ist bei mir natürlich nicht wegzudenken und New-Adult ist die Abwechslung dazu.

Dann holst Du Dir also Inspiration in anderen Büchern. Was machst Du noch alles, damit Dich die Muse küsst? Oder kommen die Ideen quasi "angeflogen"?
Bisher haben die Ideen immer den Weg zu mir gefunden, meistens natürlich wenn man keinen Stift zur Hand hat, wie z.B. beim Autofahren. Aber ich versuche es mir dann zu merken und bei nächster Gelegenheit in eines meiner Notizbücher zu schreiben. Da steht schon einiges drin, somit ist für Ideen erstmal gut gesorgt. 😊 

Wie sich das anhört, bist Du erst einmal mit Arbeit eingedeckt 🙂 Doch mit dem Schreiben alleine ist es ja nicht getan, wie Du vorher schon sagtest. Was machst Du alles, um Deine Bücher "unters Volk zu bringen"? Als Selfpublisher hat man es da ja doppelt schwer, wie ich immer wieder höre ...
Ja das stimmt wohl. Aber mittlerweile vermute ich, dass es manchen Autoren bei kleinen Verlagen nicht besser ergeht, außer dass der Verlag die Kosten der Produktion übernimmt. Es dauert lange wirklich Leser zu erreichen und ich versuche ständig mehr Leute zu erreichen. Das geht am besten über Blogger, denn ihr seid viel näher an den Lesern dran, als wir Autoren. Deshalb starte ich auch immer mal wieder Aufrufe um immer neue Blogger zu erreichen und mit ihnen Aktionen zu starten. Der tolle Nebeneffekt ist, dass ich so auch immer neue lesebegeisterte Menschen kennenlerne und mich mit ihnen austauschen kann.
 Was war die originellste Idee, die Du mal gemeinsam mit einem Blogger umgesetzt hast?
 Den Bookfight von Books of Fantasy fand ich besonders toll. Zwei Bücher gegeneinander battlen zu lassen ist mal etwas ganz Neues.
Das klingt spannend. Wenn Du Dir von den Bloggern etwas wünschen dürftest, was wäre das?
Eine schöne Frage. Ich würde mir wünschen, dass viel mehr von ihnen Selfpublishern ein Chance geben. Denn so manche lehnen diese Bücher von vornherein ab. Außerdem wünsche ich mir auch manchmal mehr Verständnis dafür, dass man es sich als Selfpublishern nicht leisten kann, jedem Printexemplare zur Verfügung zu stellen. Wenn jemand nur Printbücher liest, dann ist das für mich völlig in Ordnung. In solchen Fällen muss ich dann meistens Absagen schreiben, worauf manche etwas erbost reagieren, das finde ich sehr schade. 
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Ja, das ist wirklich schade. Vor allem nehmen sich diese Blogger auch die Chance auf ganz tolle Bücher. Ich habe dadurch schon so manches Schätzchen entdeckt. Gibt es denn einen Selfpublisher-Kollegen, den Du empfehlen würdest? 
 Empfehlen kann ich auf jeden Fall Thalea Storm. Sie schreibt sehr gefühlvoll und ihre neueste Reihe ist sogar im Genre Fantasy. Von Jay Lahnich habe ich selbst noch kein Buch gelesen, habe bisher aber nur Gutes gehört. Ich habe sie auf der Buchmesse getroffen und sie war mir direkt symphatisch. Auch Tina Köpke ist toll mit ihrer "Royal Me" Reihe, ihre neuesten Bücher erscheinen mittlerweile auch im Verlag.
Gibt es denn zwischen Autoren auch eine Art Zusammenhalt oder ist da jeder quasi ein Einzelkämpfer?
Bisher habe ich mehr den Zusammenhalt, als den Konkurrenzkampf wahrgenommen. In Gruppen kann man sich gut austauschen und bisher habe ich da auf Fragen auch immer eine ersthafte und freundliche Antwort bekommen.



Das klingt toll und freut mich sehr. Es ist doch schön, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann und sich gegenseitig hilft 😊

Hast Du denn auch einen Tipp für Anfänger? Was braucht mal als Autor unbedingt oder welche Erfahrung möchtest Du gerne weitergeben?
Der wichtigeste Tipp ist, dass man einfach anfängt. Man sollte einfach anfangen zu schreiben und versuchen eine Geschichte zu formen. Man darf zwischendurch nicht den Mut verlieren, sondern muss immer weitermachen, bis schlussendlich das Wort "Ende" darunter steht. Das ist das schwerste und auch das wichtigste. Denn es ist egal, wie oft man auch meint "das, was man schreibt ist großer Müll". Denn die erste Fassung finden alle Autoren schlecht. Doch daraus wird schlussendlich nach vielen Überarbeitungen ein Buch.

Das ist ein wirklich schöner Rat und ich denke, wir sollten jetzt auch "Ende" unter unser Interview schreiben. Ich danke Dir aber sehr für Deine Zeit und freue mich, dass ich Dich und Deine Bücher etwas bessere kennenlernen durfte 💗

Ich danke dir vielmals für dieses Interview. Es war mal etwas ganz neues, wenn jemand direkt auf die Fragen eingeht 😊

Wenn ihr jetzt mehr über die Autorin Jessica Stephens und ihre Bücher erfahren wollt, dann schaut gerne auf ihre Facebookseite vorbei.


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