Samstag, 3. Februar 2018

[Interview] mit Johanna Wasser

Im Rahmen einer Aktion für Blogger durfte ich ein Interview mit der Autorin Johanna Wasser führen.
Wenn ihr also wissen wollt, was sie über ihr neues Buch zu erzählen hat und wie ihr Schreiballtag aussieht, dann solltet ihr jetzt unbedingt weiterlesen 😉

 
Hallo Johanna. Danke, dass Du Dir Zeit für ein Interview nimmst. Starten wir doch gleich mit einer der unbeliebtesten Fragen: Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Blogleser wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Unbeliebt, echt? 😁 Was gibt es zu mir zu sagen? Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei ganz süßen, kleinen Mädchen, schreibe Vollzeit, was neben den Kindern um die 1,5 - 2 Stunden am Ta bedeutet und ich werde dieses Jahr 40. Ein Alter, vor dem viele irgendwie Angst haben oder einen gewissen Respekt. Ich freue mich komischerweise drauf. Also füge ich zu meiner Beschreibung noch das Wort "seltsam" dazu. Nein, "komisch". Das mag ich lieber 😉


Ach, ich würde dich jetzt deswegen nicht als seltsam oder komisch bezeichnen 😄
Wir haben uns ja heute aus einem ganz bestimmten Grund getroffen: Dein neues Buch "Glasherzmelodie". Magst Du uns ein bisschen dazu erzählen?

Gern. Wo fange ich da an? Es ist eine traurige, hoffnungsvolle, romantische und doch kitschfreie Geschichte, in der es um Wut, Trauer, Tod und die erste Liebe geht. Hauptperson ist eine 18jährige, die ihr Herz verliert. Und das leider sogar gleich zweimal. Zum Glück verliebt sie sich aber und erfährt, dass es Dinge gibt, die stärker sind als Angst, Einsamkeit und tiefsitzender Zorn, den man nicht loswird, außer man akzeptiert ihn.
Klingt das kryptisch?
Bildquelle und Infos: *HIER*

Das klingt eher, als wäre es ein sehr gefühlvolles und mitreißendes Buch. Sie verliert das Herz? Heißt das, sie braucht eine Organspende?

Ja, und sie bekommt auch eine. Erst. Leider muss sie gute acht Monate auf das Spenderherz warten. Und als wäre es nicht genug, verbleibt das transplantierte Herz kaum vier Monate an Ort 
und Stelle, bevor es von Milas (so heißt sie) Körper abgestoßen wird.

Wieso ausgerechnet das Thema "Organspende"? Liegt Dir das persönlich auf dem Herzen?

Ja. Ich bin der Meinung, dass in unserer Gesellschaft einfach viel zu wenig darüber diskutiert wird, wie wichtig es ist sich (für oder gegen) das Thema zu entscheiden. Gefühlt findet überhaupt keine Diskussion statt und die Zahl der Menschen, die sich zu einer Organspende entschließen sind alarmierend niedrig. Deswegen warten eben so wahnsinnig viele Menschen und versterben nicht selten in dieser Wartezeit, weil sich keine geeigneten Spender finden.

Dann möchtest Du die Leser mit diesem Buch für das Thema Organspende sensibilisieren? 

Ja, das will ich. Wobei mir außerdem die Geschichte als solches sehr am Herzen liegt. Die Konstellation geht mir persönlich sehr nahe. Im Moment schreibe ich an meinem übernächsten Buch nach der "Glasherzmelodie" und habe immer wieder Mühe, nicht ständig den Namen Mila zu benutzen 😆

Also bleiben Deine Protagonisten im Kopf? Was ist das Besondere an ihnen? 

Ich glaube, das ist diese Kombination aus Zorn und Liebe. Hassen und Annehmen, dem Tod ins Gesicht sehen und sich einem Menschen so sehr öffnen, dass man das Glück kennenlernt. Dieses Gegensätzliche auf einem Raum, was mich noch immer ein wenig umtreibt. 

Aber "Glasherzmelodie" ist ein Einzelband. Oder wird es noch mehr von Mila geben?

Nein, wird es nicht. Ich finde, dass alles dazu gesagt ist, auch wenn vielleicht am Ende die eine oder andere Frage im Raum stehen bleiben wird. Das möchte ich genauso, auch wenn ich Mila, Jo und Aki dennoch nicht so wie bisher die meisten meiner Protagonisten nach der Geschichte ziehen lassen kann. Sie sind in meinem Herzen und vielleicht werden sie ihren Weg in die Herzen von ein paar Lesern finden. 
Das würde mich mit einem Lächeln zurücklassen.  

In meinem Herzen haben sie auf jeden Fall Spuren hinterlassen und ich bin mir sicher, da bin ich nicht die Einzige. Deine anderen Bücher gehen aber eigentlich in eine andere Richtung, sind nicht so ernst und wühlen nicht so sehr auf, oder? 

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Jain. Es gibt bereits ein dramatisches Buch von mir, mit dem meine Liebe für dieses Genre geboren wurde. "Die sechste Farbe des Glücks" ist auch ein Buch, das bei der einen oder anderen Leserin neben einer Taschentuchpackung lag...

Das heißt, es wird jetzt mehr "ernste" Bücher von Dir geben? Oder woran schreibst Du gerade? 

Es wird jedes Jahr 2 dramatische und 1 phantastisches geben. Bei dem zweiten dramatischen für dieses Jahr, ist zusätzlich Zeitreise dabei 😊
Wow, da hast Du ja einen ganz konkreten Plan. Neben zwei kleinen Kindern stell ich mir das schwierig vor. Wie schaffst Du es trotzdem diesen einzuhalten? 

Ich schreibe.
Das ist Liebe und das macht es leicht.
In jeder freien Minute?

Nein, aber auch dafür gibt es einen Plan 😀 Zum Glück schlafen meine Kinder auch. Abends gehören dem Schreiben mindestens 60 Minuten. An guten Tagen auch schon mal 90. Das ist genug, wenn man unter Tag "an den Szenen herumspinnt" und konsequent an den Schreibzeiten festhält bzw. sagen wir größtenteils konsequent.

Das erfordert sicher viel Disziplin. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich nicht immer "schreiben" kann (in meinem Fall z.B. Rezensionen). Kennst Du das auch? 

Ich versuche immer zu schreiben, nehme allerdings dafür in Kauf, dass auch was zu Papier kommt, was später aus dem Manuskript verschwindet, weil es nicht sonderlich gut ist. Mittlerweile habe ich gelernt, dass die Disziplin tatsächlich die halbe Miete ist, wenn man was will. Lass ich es einmal schleifen, mache ich es nochmal und nochmal und am Ende bin ich aus der Routine raus.

Also ist Diszplin etwas, das ein Autor unbedingt braucht. Welche Fähigkeiten sollte man noch besitzen, um Bücher zu veröffentlichen?

Ich weiß nicht, ob ein Autor Disziplin auf jeden Fall braucht. Für mich persönlich ist sie unerlässlich, weil ich innerhalb meines Tagesablaufs sonst nicht funktionieren würde. Fürs Veröffentlichen ist das bestimmt von Vorteil, wenn man sich Profis an Board geholt hat (Lektor, Korrektor, Coverdesigner, Setzer). 

Als Selfpublisher ist es ja noch ein bisschen schwieriger in der Flut an Neuerscheinungen gesehen zu werden. Was machst Du, damit Deine Bücher nicht untergehen?

Beten 😜😂 

😂😂

Und versuchen, den bestmöglichen Start zu organisieren 😊 Alles andere muss dann die Qualität des Buches machen. 
Und beten habe ich erwähnt, oder?

Ja hast Du 😁 Ich werde das in Zukunft als Tipp weitergeben 😉
Wie wichtig ist dir persönlich die Zusammenarbeit mit Bloggern?

Sie wird immer wichtiger, glaube ich. Ich beginne damit allerdings erst. Dies ist das erste Buch, das ich mit Bloggern zusammen an den Start bringe.

Wieso hast Du Dich dazu entschieden, diesen Schritt zu wagen? Und was erwartest Du Dir von der Zusammenarbeit? 

Weil ich den Gedanken schön finde, kein Einzelkämpfer mehr zu sein (das bin ich als Autor im Schreiben ohnehin genug). Sich mit Menschen, die mein Buch gelesen und schön gefunden haben, dafür einzusetzen, dass es von noch mehr Menschen gelesen wird, finde ich wunderbar. Sich austauschen, sich gegenseitig unterstützen, und sich ggf sogar soweit vertrauen, dass man Kritik üben und annehmen kann, um sich zu verbessern, das sind Dinge, die ich super fände.

Das klingt nach der perfekten Zusammenarbeit, genauso sollte sie auch in meinen Augen laufen. Bist Du jemand, der Kritik gut annehmen kann oder bist Du traurig, wenn jemandem Dein Buch nicht gefällt, die Botschaft vielleicht nicht so ankommt, wie Du es Dir gedacht hast? 

Ich bin furchtbar 😃 , weil ich traurig bin. Allerdings bin ich das immer nur für den Moment. Glücklicherweise kann ich es schnell einordnen. Fakt ist, dass es unmöglich ist, allen zu gefallen. Das ist nicht nur bei Büchern so. Aber Autoren sind - nach meiner Erfahrung alle 😊 - sensible Seelen, was ihre Buch-Babies angeht. Und so lebe ich damit, dass ich mir wohl nie eine dicke Haut werde wachsen lassen können, sondern tröste mich damit, dass ich "klug" genug bin, nach ein paar traurigen Momenten, wieder nach vorne zu sehen. 
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Liest Du denn jede Rezension zu Deinen Büchern? Oder ersparst Du Dir das denn bewusst? 

Ich lese sie alle 😀 

Reagierst Du auch manchmal darauf?


Nein. Das habe ich glücklicherweise ziemlich am Anfang meiner Autoren-Zeit gelernt. Nie, wirklich nie öffentlich darauf reagieren. Gehe eine Runde um den Block und schimpfe vor dich hin, aber nie nie nie reagierst du auf eine Rezi. Das hat mir einmal ein Autorenkollege geraten. Einer der besten Ratschläge mit Abstand betrachtet.

Auch nicht auf positive Rezensionen?

Nein. Außer eine Leserin schreibt mir, dass sie rezensiert hat. Dann bedanke ich mich natürlich. Aber auf die Rezension selbst (z.B. bei Amazon direkt) schreibe ich nie. 

Gibt es denn dann etwas, das Du Deinen Lesern gerne sagen möchtest? 

Bitte rezensiert mehr! 😄 

Na das ist doch eine gute Aufforderung für das Ende unseres Interviews 😉 

Es gibt wenige Dinge, mit denen ihr einen Autor unterstützen und glücklich machen könnt. Wirklich! 

Ich danke Dir sehr für Deine Zeit und hoffe, ich habe Dich nicht zu lange vom schreiben abgehalten.  

Das war ein toller Chat! Übrigens der erste in dieser Art! Dankeschön 💗

Wenn ihr jetzt mehr über die Autorin Johanna Wasser und ihre Bücher erfahren wollt, dann schaut auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookseite vorbei.   

Kommentare:

  1. Ein sehr schönes Chatinterview mit Johanna Wasser 😀

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  2. Liebe Monika, mir hat dieses kurzweilige und sympathische Interview sehr gefallen. Es lässt sich wie ein Gespräch lesen, was nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist. Toll gemacht und für viele LeserInnen sicher ein Grund, sich die Bücher der sympathischen Autorin einmal näher anzuschauen.
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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  3. Das ist Johanna, wie sie leibt und lebt! Einfach toll :) Und ihre neue Geschichte ist ♥ tja ... eine Herzgeschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich freue mich schon, euch ihre Bücher vorzustellen!

    Liebe Grüße,
    deine Nina

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